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Blumen wie schattige Bäume: Offsetlithografie «Mohn II» (2017). © Cécile Wick
Kunsthaus Grenchen

Am Anfang war der Klick

Cécile Wick experimentiert mit Fotografie, Druckverfahren und neu auch Tusche. Das Kunsthaus Grenchen zeigt die Retrospektive «Sub Rosa» über die Zürcher Künstlerin.

Wenn eine Blüte in der Kamera von Cécile Wick landet, hat sie noch einen langen Weg vor sich. Bei der Zürcher-Aargauer Künstlerin sehen Blumen am Ende zuweilen aus wie schattige Bäume und Bäume wie zarte Gräser. Sie interessiert sich nicht für die dokumentarische oder symbolische Funktion eines Motivs, sondern für die subjektive Wahrnehmung und inneren Empfindungen der Betrachtenden. In einem Interview mit dem «Kunstbulletin» erklärte Wick: «Als ersten Verführungsimpuls müssen Bilder so etwas sagen wie: ‹Hallo, schau mich an!› Je länger ich das Bild betrachte, desto weniger erkenne ich, worum es geht, desto stärker entzieht sich der Inhalt, desto mehr werde ich jedoch involviert. So kommt es zu einer Begegnung mit sich selbst.»

Mit Experimentierfreude

Zwölf Jahre nach der Ausstellung «Weltgesichte» im Kunstmuseum Bern gibt es erneut eine Retrospektive zu Wicks druckgrafischem Schaffen. «Sub Rosa» im Kunsthaus Grenchen zeigt rund 40 Werke, die seit 2006 entstanden sind. Claudine Metzger, wie damals auch heute wieder die Kuratorin, sagt: «Sie ist ihren Grundmotiven Blumen, Wasser, Berge und Städte treu geblieben, hat sich aber neue Techniken angeeignet.» Das Reper­toire reicht von der historischen Heliogravüre, die malerische Effekte erzeugt, bis zur Lithografie und anderen Tiefdruckverfahren. Neuerdings erstellt die Künstlerin zudem Tuschzeichnungen, die von der asiatischen Tradition inspiriert sind.

Weniger experimentierfreudig hält es Wick mit den Farben: Schwarz, Weiss, Grau und hie und da ein Hauch Pastell befinden sich auf ihrer Palette. Daher auch der Ausstellungstitel «Sub Rosa», lateinisch für «nah am Rosa». Die Retrospektive wird mit einer Sammlungsausstellung aus dem Druckgrafik-Fundus des Kunsthauses Grenchen ergänzt. Am Anfang der meisten dieser Werke von Arno Hassler und anderen ertönte einst ebenfalls ein Klick der Kamera.

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