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Ein farbenfroher Träumer: Chagalls «Création No 2 Série Verve» (1956–1960).© 2019 ProLitteris, Zürich
Schloss Spiez

Bewegte Schwerelosigkeit

Diesen Sommer beherbergt das Schloss Spiez den fran­zösisch-russischen Künstler Marc Chagall. Zu sehen sind kaum gezeigte Grafiken, Radierungen, Holzschnitte, Lithografien, frühe Zeichnungen und bunte Gouachen.

Tänzerisch leicht schweben die Figuren und Tiere irgendwo zwischen Erde und Luft, stehen manchmal Kopf, spielen Geige über den Dächern, sind niemals statisch. Ein Zusammenspiel von Schwerkraft und Schweben, von Schwermut und Leichtigkeit, von Flucht, Liebe, Tradition und tiefer Trauer. Marc Chagalls Bilder sind unverwechselbar. Als kindlich-naiv sehen ihn viele, den französischen Maler mit den bunten Bildern und einer Prise Humor. Doch zeitlebens war der chassidisch-russische Jude politisch-poetisch beobachtend. Die Prise Humor machte es wohl erträglicher.

«Er kam uns zugeflogen»

Er sagte einst von sich: «Ich wählte die Malerei, denn sie erschien mir wie ein Fenster, durch welches ich in eine andere Welt davonflöge.» «Er kam uns zugeflogen», so auch die spontane Antwort der Museumsleiterin Barbara Egli, wie der weltbekannte Chagall denn ins Schloss im beschaulichen Spiez komme. Zugeflogen, schwebend, wie die Figuren seiner Bilder vielleicht.

Die diesjährige Sonderausstellung zeigt wenig bekannte Werke aus der privaten Sammlung Eberhard W. Kornfelds – Berner Galerist, Verleger und Chagall-Freund. «Ein Glücksfall», so nennt die Schlossleiterin die Zusammenarbeit mit Kornfeld, die vor zehn Jahren mit einer Rembrandt-Ausstellung begann. Ein heimliches Jubiläum also, das nach weiteren Projekten nun mit einem persönlichen Bezug Kornfelds im Schloss Einzug hält. Spannend wird das Gespräch mit Kornfeld und Chagalls Enkelin Meret Meyer, die bereits bei der Vernissage anwesend sein wird.

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