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Ausufernde Bildsujets, getrieben von einer inneren Unruhe: «One big wave». © Serge Nyfeler
MoMA Bern

Bilder einer Verunsicherung

Der Berner Künstler Serge Nyfeler zeigt mit «Living in a Bottle» in seiner Galerie MoMA Bern in der Lorraine seine neuen Bilder. Sie sind mehrheitlich unter dem Eindruck dieses so speziellen Jahres entstanden. «Living in a Bottle»: Leben in einer Flasche – der Titel von Serge Nyfelers neuer Ausstellung transportiert anschaulich ein Gefühl des Unbehagens, der Enge, des Ausgestelltseins und spielt auf eine neue Lebenssituation an. «Diese skurrile Zeit hat sich in den Sujets niedergeschlagen: Plötzlich war ich verunsichert bei der Darstellung von Menschen in ihren
Lebenssituationen. Ich merkte, dass alles nach rechts und links ausschlägt, dass sich alle online informieren. Und niemand weiss, ob er etwas sagen soll oder nicht.» So gesehen sei er sich bei anderen Ausstellungen sicherer gewesen darüber, was er habe sagen wollte. «Malerisch bin ich sattelfest, aber inhaltlich ist eine Orientierungslosigkeit sichtbar», sagt Nyfeler.

In die Malerei ausufern

Er, der mehrfach als «Impressionist des Heute» bezeichnet wurde, ist bei seinen neusten Werken oft von einem digitalen Print ausgegangen, den er gegen den Bildrand hin mit dem Pinsel ergänzt hat. So ufern seine Bilder wie etwa «One big wave» aus in die Malerei, in Musterhaftes, werden assoziativ und spielerisch. Hier wandelt sich eine aufgebäumte Schaumkrone in ein grellviolettes Strichmeer, das die Welle einrahmt – oder limitiert? – und wieder von oben benässt.

Auch das Sujet «Palm Ship» läuft vom Zentrum ausgehend in die Vegetation aus. Ist hier ein leckes Schiff , aus dem Öl ausläuft, das Sujet? Oder wuchert aus einem Wrackteil eine neue Pflanze? Oder wird gar das Sujet des Coronavirus ausfabuliert? Nyfeler hat sich der Malerei verschrieben, seit er 18 Jahre alt ist. Und er tut es, fast 40 Jahre später. immer noch und immer überzeugter. Auch in dieser Schau behält er seine für ihn so typischen neonfarbenen Elemente bei. Ebenso findet man seine farbigen Kringel wieder, die erstaunlich plastisch und realistisch sein können.

Autonomie für Ausstellende

«Living in a Bottle» zeigt Nyfeler in seiner Galerie MoMA Bern am Randweg. Dort stellt er regelmässig selber aus, überlässt aber auch anderen Künstlerinnen und Künstlern wie 
Peter Fauser, Urslé von Mathilde oder der Druckerei Reitschule oder Black Yard das Feld. Dabei sind die, die ausstellen ziemlich autonom: Sie bringen ihre Kontakte in den Adresspool der Galerie ein, hängen die Bilder selber und können dafür den Erlös zu 100 Prozent für sich allein beanspruchen.

www.moma-bern.ch

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