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«Shared Migration» heisst die Skulptur von Abraham Anghik Ruben.© Severin Nowacki
Museum Cerny, Bern

Die Kunst als Sprachrohr

Das Museum Cerny zeigt in seiner neuen Ausstellung «Stimmen aus der Arktis» Werke der Inuit und behandelt gleichzeitig den Klimawandel aus der Sicht der indigenen Bevölkerung.

Veranstaltungsdaten

DI 08.12.2020 - SA 13.03.2021
Die Beschriftungen und Erklärungen der ausgestellten Objekte in der Ausstellung «Stimmen aus der Arktis» im Museum Cerny sind wohl für die Meisten kaum verständlich. Sie sind nämlich in Inuktitut geschrieben, der Sprache der in Kanada lebenden indigenen Bevölkerung. «Damit lassen wir für einmal die Europäer in die Situation kommen, von aussen dominiert zu werden», sagt Kurator und Ethnologe Martin Schultz. Besuchende müssen im Prospekt der Ausstellung nachlesen, worum es sich bei den Kunstwerken handelt.

Vom Norden nach Bern

Das Museum Cerny in Bern verfolgt das Ziel, den Indigenen aus der Arktis Gehör zu verschaffen, besonders dort, wo man sich mit den Fragen der Arktis befasst. Die Resonanz auf die Ausstellungen in Reykjavik, im norwegischen Tromsø und in Göteborg, die das Museum Cerny in Zusammenarbeit mit den kanadischen Botschaften dort durchführte, war so gut, dass beschlossen wurde, sie auch hier in Bern zu zeigen. Im Fokus von «Stimmen aus der Arktis» stehen Skulpturen aus unterschiedlichen Materialien und Bilder von indigenen Künstlerinnen und Künstlern sowie eine Videoinstallation.

Das Eis schmilzt

Die Werke sind Aussagen zum Klimawandel. «Im Westen diskutieren wir ständig über die Folgen des Klimawandels, wie zum Beispiel die Eisschmelze», sagt Schultz. «Es ist Zeit, die Menschen anzuhören, die im betroffenen Gebiet zuhause sind.» So zeigt das Werk «Thin Ozone» des aus dem kanadischen Territorium Nunavut stammenden Künstlers Jutai Toonoo (1959–2015) eine hügelige Schneelandschaft, über der der Himmel dunkle Schattierungen zeigt. Oder Qavavau Manumies «Polar Bear Broken in Ice» behandelt klar den schlechten Zustand des Eises und die Auswirkung auf die Natur.

Göttin der Meeressäugetiere

Sedna ist in der Mythologie der Inuit die Göttin des Meeres und der darin lebenden Säugetiere. Sie ist in der Ausstellung mehrmals anzutreffen. Etwa als Skulptur «Shared Migration» von Abraham Anghik Ruben. Sedna stabilisiert unter Wasser ein Boot voller Menschen, Tiere und Geister, die vor der Eisschmelze flüchten. «Die Ausstellung gibt eine Perspektive aus der Arktis auf die globalen Herausforderungen», sagt Schultz.

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Ausstellungen

ᓂᐲᑦ ᐅᑭᐅᖅᑕᖅᑐᒥᙵᖅᑐᑦ. Stimmen aus der Arktis

Der Klimawandel ist in aller Munde. In dieser Ausstellung kommen die Bewohner der Arktis zu Wort und teilen ihre Erfahrungen damit.  Museum Cerny, Bern 08.12.2020

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