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Brustwarzen aller Couleur: «Pelota de fútbol» (1999) von Nicola Costantino.© Nicola Costantino
Kunstmuseum Bern

Die Kunst der Erfindung

Die neue Ausstellung «Tools for Utopia. Ausgewählte Werke der Daros Latinamerica Collection» im Kunstmuseum Bern behandelt die abstrakte und konkrete Kunst Lateinamerikas mit Schwerpunkt auf den 50er bis 70er-Jahren – und deren utopischem Potenzial.

Veranstaltungsdaten

DO 26.11.2020 10.00
DO 26.11.2020 10.00
DO 26.11.2020 10.00
FR 27.11.2020 10.00
FR 27.11.2020 10.00
FR 27.11.2020 10.00
SA 28.11.2020 10.00
SA 28.11.2020 10.00
SA 28.11.2020 10.00
SO 29.11.2020 10.00
SO 29.11.2020 10.00
SO 29.11.2020 10.00
DI 01.12.2020 10.00
DI 01.12.2020 10.00
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MI 02.12.2020 10.00
MI 02.12.2020 10.00
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DO 03.12.2020 10.00
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FR 04.12.2020 10.00
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«Die antike Kunst war gross, als sie intelligent war. Unsere Intelligenz kann jedoch nicht die von Leonardo sein. Die Geschichte hat einen qualitativen Sprung gemacht: Es gibt keine Kontinuität mehr.» Der Satz aus dem Manifest der in São Paulo entstandenen Gruppe Ruptura ist symptomatisch für das Selbstverständnis von Kunst in den 50er-Jahren in Südamerika. Nach dem zweiten Weltkrieg herrschte Aufbruchsstimmung, Lust auf Utopie, Wille zur Mitgestaltung und vor allem die Idee, dass auch Kunst politisches Potenzial hat. Kunst als Werkzeug. Kunst als Möglichkeit. Kunst als Motor kultureller, sozialer und politischer Veränderung. Vor allem vor dem Hintergrund der totalitären und undemokratischen Regierungen Lateinamerikas erhält dieser Aspekt von abstrakter und konkreter Kunst viel Gewicht. Die neue Ausstellung im Kunstmuseum Bern, «Tools for Utopia. Ausgewählte Werke der Daros Latinamerica Collection» ist diesem Kunstverständnis der 50er- bis 70er-Jahre gewidmet.

Kunst ist Wirkungskraft

Vor diesem Hintergrund erklären sich auch Aussagen wie die von León Ferrari 1968: «Kunst wird weder Schönheit noch Neuartigkeit sein, Kunst wird Wirkungskraft und Störung sein.» Und weiter sagte der Argentinier: «Das erfolgreiche Kunstwerk wird jenes sein, das in dem bestimmten Kontext, in dem sich der Künstler bewegt, eine ähnliche Wirkung hat wie eine Guerilla­-Attacke in einem Land auf dem Weg zur Befreiung.» Das Werk «To the Police» aus demselben Jahr, aber vom brasilianischen, frisch im Pariser Exil lebenden Antonio Dias transportiert eine ähnliche Botschaft. Die Pflastersteine aus Bronze sind eine einzige Aufforderung zum Widerstand, zur Beteiligung, zur Revolution. Bronze und Etikettierung wiederum lassen sie wie Artefakte eines längst ausgefochtenen, vielleicht siegreich beendeten Konflikts erscheinen.

Persönliche Territorien

Die 2016 in Bern gezeigte Aus­stellung «Without Restraint. Werke mexikanischer Künstlerinnen aus der Daros Latinamerica Collection» machte deutlich, dass die Privatsammlung über einen spannenden Sammelschwerpunkt zum Thema Status, Ermächtigung und Rolle der Frauen, aber auch Verletzlichkeit von Körpern und persönliche Territorien verfügt. So findet sich viel Kunst von und zu Minderheiten wie Transsexuellen, Indigenen oder von Armut Betroffenen.

Das Thema nimmt etwa die «Pelota de fútbol» der argentinischen Künstlerin Nicola Constantino von 1999 auf. Der Fussball besteht aus straff gespanntem Leder prall gefüllt mit Luft. Die Lederstücke zeigen männliche Brustwarzen. Das Objekt ist Teil der Serie «Menschliche Pelzware» – eine irritierende Kollektion an Kleidern, Taschen und Fussbällen – aus falschen menschlichen Brustwarzen aller Couleur.

Ein weiterer Fokus der Ausstellung liegt auf der utopischen Grundstein­legung. Hier ist die Arbeit Gyula Kosices exemplarisch. Der argentinische Künstler arbeitete über 30 Jahre an Modellen einer «Hydrospatial City». Dieses Projekt bewirkte eine Freundschaft mit Sci-Fi-Autor Ray Bradbury. Kosice war Teil der Gruppe Arturo, deren Manifest festhielt: «Weder Ausdruck (Primitivismus) noch Repräsentation (Realismus) oder Symbolismus (Dekadenz). ERFINDUNG». Ein Kritiker umschrieb ihr Kunstverständnis so: «Kreation gehört in die Domäne des Romantischen und Poetischen – sie erfinden, wie ein Ingenieur. Das Werk ist kein Produkt eines intuitiven Wissens, sondern das Ende eines Projektes, eine Erfindung.»

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Ausstellungen

ABGESAGT: Tools for Utopia

Aufgrund der Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus wird gemäss Anordnung des Kantons unser Haus bis 24. November 2020 schliessen.  Kunstmuseum Bern, Bern 26.11.2020, 10.00
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ABGESAGT: Tools for Utopia. Works from the Daros Latinamerica Collection

Die Ausstellung wurde aufgrund der Situation rund um das Corona-Virus abgesagt.  Zentrum Paul Klee, Bern 26.11.2020, 10.00
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Aufgrund der Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus wird gemäss Anordnung des Kantons unser Haus bis 24. November 2020 schliessen.  Kunstmuseum Bern, Bern 27.11.2020, 10.00
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Die Ausstellung wurde aufgrund der Situation rund um das Corona-Virus abgesagt.  Zentrum Paul Klee, Bern 27.11.2020, 10.00
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Aufgrund der Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus wird gemäss Anordnung des Kantons unser Haus bis 24. November 2020 schliessen.  Kunstmuseum Bern, Bern 28.11.2020, 10.00
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Die Ausstellung wurde aufgrund der Situation rund um das Corona-Virus abgesagt.  Zentrum Paul Klee, Bern 28.11.2020, 10.00
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Aufgrund der Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus wird gemäss Anordnung des Kantons unser Haus bis 24. November 2020 schliessen.  Kunstmuseum Bern, Bern 29.11.2020, 10.00
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Die Ausstellung wurde aufgrund der Situation rund um das Corona-Virus abgesagt.  Zentrum Paul Klee, Bern 29.11.2020, 10.00
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Aufgrund der Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus wird gemäss Anordnung des Kantons unser Haus bis 24. November 2020 schliessen.  Kunstmuseum Bern, Bern 01.12.2020, 10.00
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ABGESAGT: Tools for Utopia. Works from the Daros Latinamerica Collection

Die Ausstellung wurde aufgrund der Situation rund um das Corona-Virus abgesagt.  Zentrum Paul Klee, Bern 01.12.2020, 10.00
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