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Lustenberger fixiert Blumen auf Glasdias: «Will blow away tomorrow» von 2020.© Brigitte Lustenberger
Kunsthaus Interlaken

Fragil, vergänglich, verfremdet

Auch das Kunsthaus Interlaken ist wieder geöffnet. Im Rahmen der Cantonale Berne Jura sind vor allem Fotografien von Schweizer Kunstschaffenden aus den unterschiedlichsten Sparten ausgestellt.

Abstrakte Naturfotografie von Steinen oder Schneewehen (Jost von Allmen), Seewesen, die entstehen, wenn sich die Seepromenade auf der gewellten, unruhigen Wasseroberfläche spiegelt (Alexander Egger), fast bis zur Unkenntlichkeit digital veränderte Malerei, Zeichnung und Fotografie (Gigga Hug) – die zehnte Ausgabe der Cantonale Berne Jura zeigt im Kunsthaus Interlaken neben einigen Videoar­beiten und Rauminstallationen vorwiegend fotografische Arbeiten von 
19 ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern sowie Kollektiven.

Spartenübergreifende Fotografie

Heinz Häsler vom Kunsthaus Interlaken war als Juror an der Auswahl der Kunstwerke beteiligt und hat die Ausstellung kuratiert. «Wir wollten eine möglichst grosse Vielfalt an fotografischen Arbeiten zeigen», sagt er. Die Ausstellung reiche von Analogfotografie bis hin zu digital bearbeiteten Werken. Facettenreich ist die Ausstellung auch bezüglich der Motive: Gezeigt werden Werke unter anderem aus den Sparten Porträt, Landschaft, klassisches Stillleben oder Architektur.

Es sei aber nicht so, dass diese so unterschiedlichen Fotografien «zusammenhangslos an die Wände ge­nagelt worden sind», sagt Häsler. Vielmehr würden die Werke in Dialog und optischem Zusammenhang stehen.

Blumenfragmente und Körperteile

Die Schweizer Künstlerin Brigitte Lustenberger etwa zeigt zwei ihrer Blumenprints: Die durch einen fotografischen Prozess entstandenen collage­artigen Kopien von zart-fragilen Blumen, scheinen trotz kräftiger Farben transparent. Die Blumen hat sie auf Gläsern, die für alte Dias verwendet wurden, getrocknet und dann in Wasser eingelegt, sodass die Blumen auf dem Glas haften bleiben. Lustenberger beschäftigt sich in ihrer Arbeit immer wieder mit der Vergänglichkeit: Die Arbeit mit den getrockneten Blumen sei sehr fragil und man müsse damit leben, dass immer wieder ein kleines Stückchen davon kaputt geht. «Mit der Fotografie als Medium des Bewahrens versuche ich gleichzeitig, den Moment festzuhalten», sagt Lustenberger.

Neben den fotografischen Arbeiten zeigt das Kunsthaus Interlaken in seiner Ausstellung auch zwei Video­installationen, eine davon vom Berner Duo BiglerWeibel. Die Künstlerinnen spielen darin mit Körperfragmenten, die im kaleidoskopischen Symmetriespiel eine Verfremdung des Körpers der Künstlerinnen symbolisieren.

Kunsthaus Interlaken
, Ausstellung bis 25.4.

www.kunsthausinterlaken.ch
www.cantonale.ch

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