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Noch vor der amerikanischen Flagge hisst Buzz Aldrin das Berner Sonnenwindsegel.© ZVG
Bernisches Historisches Museum

Haushaltsfolie im All

Entwickelt an der Universität Bern, ausgewickelt am 
20. Juli 1969 auf dem Mond: Die Ausstellung «Bern auf dem Mond» im Bernischen Historischen Museum erzählt die Geschichte eines genialen Experiments. Am 20. Juli ist es 50 Jahre her, seit die Apollo-11-Mission unter dem Kommando von Neil Armstrong zum ersten Mal auf dem Mond landete. Und schon werden internationale Feste ausgerichtet. Für den Erdtrabanten ist dieses halbe Jahrhundert kaum ein halber Nachmittag: Immerhin umkreist der Mond die Erde seit viereinhalb Milliarden Jahren, und bis vor kurzem tat er dies ja noch recht unbehelligt.

Aber zurück zur Menschheit. Es ist für uns Erdlinge natürlich eine grosse Sache, dieses Jubiläum, und dank den Apollo-Missionen wissen wir heute schon sehr viel mehr über den Mond als früher. Zugleich waren die Mondlandungen für die NASA eine Chance, die Entstehung des Sonnensystems als Ganzes zu erforschen. Wie eine Ausstellung im Bernischen Historischen Museum nun zeigt, haben wir die wissenschaftlichen Erkenntnisse in diesem Bereich vor allem einem Team von Physikern der Universität Bern zu verdanken.

Ultraleicht und klein

Zwar hat die Schweiz kein eigenes Weltraumforschungsprogramm, aber dafür viel tüftlerischen Ehrgeiz (und ausreichende Forschungsgelder, zumindest in den 60er-Jahren). So kam es, dass Buzz Aldrin im Juli 1969 auf dem Mond ein Sonnenwindsegel
entrollte, das vom emeritierten Physik­­professor Hans Balsiger später lakonisch als «eine bessere Haushaltsfolie aus den Berner Forschungslabors» bezeichnet wurde. Balsigers Kommentar soll als Kompliment verstanden werden: Das Segel war ultraleicht, nahm in der engen Raumkapsel kaum Platz weg und fing den mysteriösen Sonnenwind elegant ein, so dass dieser später in Bern analysiert werden konnte. Die chemische Zusammensetzung des Sonnenwindes interessierte die Weltraumforschung, weil sich auf der Oberfläche der Sonne noch Reste des Urnebels befinden, aus dem einst unsere Galaxie entstand.

Was die Uni Bern über die Anfänge unseres Sonnensystems seither gelernt hat, erfährt man in der neuen Wech­selausstellung «Bern auf dem Mond». Während des Wissenschaftsfests «Bern im All», das vom 28. bis am 30. Juni von der Universität Bern organisiert wird, ist der Eintritt kostenlos.

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