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Blickdynamiken und Verletzlichkeit: «Le Printemps» von Jeanne Jacob.© Jeanne Jacob
Diverse Ausstellungsorte, Kanton Bern und Jura

Imagination und Undenkbares

Platz zur Entfaltung, Klimaschutz und Feminismus: 
Die diesjährige Cantonale Berne Jura stellt an neun Ausstellungsorten 179 Künstlerpositionen aus.

Die einen zelebrieren Vielfalt, die anderen geben Einblick und die dritten setzen auf ein Thema. Die Strategien der neun Ausstellungsorte zwischen Porrentruy, Langenthal und Interlaken sind sehr unterschiedlich. Während das Kunsthaus Pasquart in Biel 56 Künstlerinnen und Künstler ausstellt, beschränkt sich die Kunsthalle Bern absichtlich auf zehn. Das heisst, den einzelnen Kunstschaffenden wie etwa Salomé Bäumlin, Vinzenz Meyner, Ivan Mitrovic oder Guadalupe Ruiz wird viel Platz eingeräumt und sie können tiefergehenden Einblick in ihre Werke und installative Praxis geben.

 

Megacities und Gletschercollagen

Das Kunstmuseum Thun konzentriert sich auf das Thema Transfor­mation. Der Berner Fotograf Michael Blaser hat sein Objektiv auf das Mittelland und die Agglomerationen gerichtet und die «Raumordnung» analysiert, so der Titel einer jüngeren Fotoarbeit. Déborah Demierre und
Patricia Schneider wiederum haben sich mit dem Prinzip Fotocollage den Megacities angenähert. Bei dem Thema drängt sich der Schwerpunkt Klima auf: Hendrikje Kühne und Beat Klein imaginieren sich mit Bildschnipseln aus Ansichtskarten eine «Landschaft ohne Gletscher».

Was Kunst nebst Ist-Zustand-Analyse und Dystopie auch leisten kann, ist die überbordende Imagination: Das 
FutureThermoLab* der Künstlerinnen Anna Katharina Scheidegger und 
Radwina Saga tut genau dies und zwar zum Thema Gletscherzucht. Ja, richtig gelesen: «Wie viele Quadratmeter Gletscher bräuchte es, um die Erderwärmung zu kompensieren? Wie verändert sich die Landschaft, wenn anstatt Mais und Zuckerrüben Eis angepflanzt wird?» So klingen ihre Fragen, die sie zu Kunstwerken umformulieren.

Alizé Rose-May Monod ist eine der Künstlerinnen, die in der Stadtgalerie Bern ausstellen, wo politische Forderungen und Debatten vom Frauenstreik aufgenommen werden. Ihre Kunst ist im queerfeministischen Aktivismus verwurzelt. Neben ihr stellen weitere Frauen aus, wie etwa Selina Lutz, Flurina Hack oder Farzaneh Yaghoubinia. Jeanne Jacobs Malerei beschäftigt sich mit Intimität in vielerlei Form: da werden lasziv-intime Blicke aus ihren Bildern geworfen, da stellt sich die Frage, was heteronormative Sexualität ist und es werden Blickdynamiken, Lust und Verletzlichkeit offenbar.

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