mitgliederwerden grey iconMitglied werden
Eine Statistik über die Bedeutung von Religion in unterschiedlichen Lebensbereichen.© ZVG
Polit-Forum, Bern

Kollision und Ausweg

Wenn auf dem Friedhof kein nach Mekka ausgerichtetes Grab möglich ist oder Kinder in der Schule Weihnachtslieder singen, dann prallen Welten aufeinander. In der Ausstellung «Shiva begegnet Suva» im Polit-Forum wird das Verhältnis von Religion und Staat diskutiert.

Veranstaltungsdaten

MO 10.08.2020 - SA 12.12.2020

«Als Konfessionsloser gehörte ich im Jahr 1970 zu weniger als ein Prozent in der Schweiz – einer also vernachlässigbaren Minderheit», sagt Thomas Göttin, Geschäftsführer des Polit-Forums im Käfigturm. Heute machen die Konfessionslosen in der Schweiz einen wesentlichen Teil der Bevölkerung aus. Weil sich die Religionszugehörigkeit in der Schweiz so schnell ändert, sei es an der Zeit, einen Aktualitätscheck zum Verhältnis von Religion und Staat zu machen, sagt Göttin. Das Polit-Forum tut dies mit der neuen Ausstellung und Veranstaltungsreihe «Shiva begegnet Suva – Religion und Staat im Alltag».

Sieben Bereiche, in denen sich Staat und Religion berühren und für die es unterschiedliche Lösungswege gibt, sind in der Ausstellung informativ beschrieben. Was passiert, wenn Schülerinnen und Schüler im Musikunterricht religiöse Lieder singen? Was muss bei einer religiösen Bestattung beachtet werden und was davon ist überhaupt umsetzbar? Auch in der Seelsorge kann es konfliktreich sein: «Können nun christliche Pfarrer Seelsorge für muslimische Menschen durchführen oder nicht?», fragt Göttin. «Und welche Art von Seelsorge braucht eine konfessionslose Person?».

 

Austausch in der «Living Library»

Nebst dem die Situation auch in den Bereichen Heirat, Medien, Arbeit und Geld angesprochen wird, sind in der Ausstellung Menschen porträtiert, die täglich mit solchen Fragen konfrontiert sind. Der Bestattungsberater Walter Glauser, der Hindu-Priester Sasikumar Tharmalingam oder Eliane Schmid von den Freidenkenden Bern machen ihre eigenen Erfahrungen mit dem Kollidieren von Religion und Staat. So ist «Shiva begegnet Suva» auch eine interaktive Ausstellung, in der der Diskurs willkommen ist: Mit jeweils einer der insgesamt sieben porträtierten Persönlichkeiten kann samstags in der «Living Library» im kleinen Kreis über ihre Perspektive auf das Verhältnis von Religion und Staat diskutiert werden.

Diskussionsbedürftige Konflikte

«Die Ausstellung soll als Grundlage und Einführung für Diskussionen dienen, die danach geführt werden», sagt Göttin. Denn gleichzeitig ist «Shiva begegnet Suva» auch eine Veranstaltungsreihe mit Podiumsdiskussionen. Persönlichkeiten aus Politik, religiösen sowie säkularen Organisationen, Wissenschaft und Journalismus vertiefen hier Themen, die hohen Diskussionsbedarf haben. In der Runde «Im Dienste aller» treffen unterschiedliche Ansichten darüber aufeinander, wie viel die Kirche leistet und wie zeitgemäss Kantonsgelder an die Institution sind. Thema ist auch die Schubladisierung von Religion. In der Podiumsdiskussion «Völlig stereotyp? Politisierung von Religion in den Medien» reden der Chefredaktor des «Blick», Andreas Dietrich, Medienwissenschaftlerin Carmen Koch, die Teamleiterin der Radio-SRF-Redaktion Religion Judith Wipfler und Medienkritiker Matthias Zehnder über journalistische Verantwortung.

Events zu diesem Artikel

Ausstellungen

Shiva begegnet Suva - Religion und Staat im Alltag

In unserem Alltag gibt es verschiedenste Situationen, wo religiöse Vorstellungen und staatliche Regelungen aufeinandertreffen. Die Ausstellung stellt sieben konkrete Berührungspunkte vor.  Polit-Forum Bern, Bern 10.08.2020

Anmeldung Newsletter

Wetter in Bern

laden