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Latexhandschuhe in Pose: «Postures».© Carmen Perrin
Kunsthaus Grenchen

Kräfte messen

Das Kunsthaus Grenchen zeigt in der umfassenden Einzelausstellung «Reprends ton souffle» Werke der bolivianisch-schweizerischen Künstlerin Carmen Perrin.

Sorgfältig an Fischerhaken und einem dünnen Faden sind die Latexhandschuhe in verschiedenen Posen an die Wand montiert. Eine eigentümliche und nicht zu decodierende Zeichensprache entsteht im Werk «Postures» (2017) der bolivianisch-schweizerischen Künstlerin Carmen Perrin. Zugleich veranschaulicht das Werk zentrale Themen in den Arbeiten der Künstlerin, die seit den 60er-Jahren in der Schweiz arbeitet: Der Fokus liegt weniger auf den Materialien, sondern auf deren Physik. Die Frage lautet: Was hält das Material aus?

Physikalische Qualität

In der Einzelausstellung «Reprends ton souffle» sind rund 40 Werke zu sehen: Zeichnungen, Videos, Skulpturen und Objekte gewähren einen Einblick in den Kosmos Perrin. Wie eine Forscherin bewegt sie sich zwischen den verschiedenen Materialkulturen und untersucht die physikalischen Qualitäten. So etwa in der Aquarellmalerei «Tourné coulé flaques» (2017), die durch gleichmässige Kreiselbewegungen technisch wirkt, durch die natürlichen Farben jedoch kontrastiert wird. Zudem bewegt sich Perrin mit Installationen und Kunst am Bau auch im öffentlichen Raum. Am Genfer Bahnhof konstruierte sie den Eingangsbereich «Noir Ductile» (2013), ein Eingangstor, das Innen- und Aussenbereich mittels eines Betontors mit ausgesparten Kreisen verbindet.

Für die Einzelschau im Kunsthaus Grenchen ist zusätzlich eine Installation im Neubau entstanden. Rund 350 Kerzen in geschwärzten Gläsern, mit einem Buchstaben versehen, sind im geräumigen Neubau platziert. Durch eine Projektion an die Wand entsteht ein Text, dem durch das Flackern der Kerzen eine sakrale Anmutung innewohnt.

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