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Wo finden wir Ruhe vom Lärm des Alltags? © Simon Kurt
Museum für Kommunikation, Bern

So klingt Stille

Das Museum für Kommunikation bietet Besuchenden eine Pause von der pausenlosen Reizüberflutung: Die Aus-
stellung «Sounds of Silence» zeigt, welchen Wert Stille hat.

Zuerst war der Urknall – ein Knall, angeblich ohne Ton. Milliarden Jahre später können wir uns auf der Erde kaum irgendwo vor Lärm retten. Der Fortschritt ist eine laute Angelegenheit und in der Hektik des Alltags ist Stille eine Rarität. Doch wie klingt Stille überhaupt?

Diese Frage ist die Ausgangslage für «Sounds of Silence», der ersten Wechselausstellung im Museum für Kommunikation nach der Neueröffnung im August 2017. «Es ist keine klassische Ausstellung: Es gibt keine Exponate. Es ist ein Spaziergang durch eine Soundlandschaft, wobei man den eigenen Impulsen folgen kann», erklärt Ausstellungskurator Kurt Stadelmann.

 

In den Wahnsinn getrieben

So funktionieren die Kopfhörer, die man gleich zu Beginn aufsetzen muss, auch nicht als klassischer Audioguide, sondern sie helfen bei der Erkundung: Zu hören sind Geschichten, Erklärungsansätze und einzelne Geräusche. Die Stille wird erkundet, indem man Tönen ausgesetzt wird – eine Paradoxie, die funktioniert. Relevant für die Erkundung des Themas Stille ist deshalb auch die Auseinandersetzung mit Lärm. Denn was ist schon Stille, wenn nicht die Abwesenheit von Lärm?

Besuchende wandern von Station zu Station und entdecken so die Ambivalenz, welche die Stille bewirkt: Einerseits gibt es die angenehme Stille, welche wir brauchen, um uns vom Lärm des Alltags zu erholen – was heutzutage gar nicht so einfach ist und erklärt, weshalb manche bereit sind, ein halbes Vermögen für einen Medi­tationskurs auszugeben. Andererseits kann Stille aber auch schrecklich langweilig sein und sogar als Foltermethode eingesetzt werden. Ist nämlich Stille das Einzige, was es gibt, treibt sie den Menschen in den Wahnsinn.

«Sounds of Silence» gelingt die perfekte Gratwanderung zwischen totaler Reizüberflutung und absoluter Stille: Besuchende können dem Alltagslärm entkommen und dem Klang der Stille lauschen. Der ist mal laut und beklemmend, mal leise und entspannend.

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