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Die Natur liebt die Vielfalt: Willkommen im «Queerreich»© NMBE Rodriguez
Naturhistorisches Museum, Bern

Vom Mensch bis zum Spaltblättling

Bunt und vielfältig gestaltet sich die Fantasielandschaft der Sonderausstellung «Queer – Vielfalt ist unsere Natur» im Naturhistorischen Museum Bern. Sie steht für das «Queerreich», in dem Geschlechter und Sexualitäten im Überfluss gedeihen.

Veranstaltungsdaten

DO 14.10.2021 - SO 10.04.2022
DO 21.10.2021
FR 22.10.2021
SA 23.10.2021
SO 24.10.2021
MO 25.10.2021
DI 26.10.2021
MI 27.10.2021
DO 28.10.2021
FR 29.10.2021
SA 30.10.2021
SO 31.10.2021
MO 01.11.2021
DI 02.11.2021
MI 03.11.2021
DO 04.11.2021
FR 05.11.2021
SA 06.11.2021
SO 07.11.2021
MO 08.11.2021
DI 09.11.2021
MI 10.11.2021
DO 11.11.2021

Bereits von Weitem fällt der goldene Elefant auf dem Dach des Naturhistorischen Museum Bern auf – nur ist er neuerdings in eine Regenbogenfahne gehüllt: ein Zeichen für Akzeptanz, Toleranz und Vielfalt.

Farbig und vielfältig ist auch das Innere des Museums. Die neue Sonderausstellung «Queer – Vielfalt ist unsere Natur» lädt die Besuchenden ein, sich auf eine ­Entdeckungsreise ins «Queerreich» zu begeben. Die von Simon Jäggi kuratierte Ausstellung versteht sich dabei als Angebot, die Vielfalt von Geschlechtern und Sexualität unterschiedlichster Lebewesen zu erkunden: vom Mensch bis zum Rotstirnigen Blatthühnchen, oder dem gemeinen Spaltblättling, einem Pilz, der über 23 328 Geschlechter kennt. Auch im Hinblick auf das Sexualverhalten von Lebewesen betont die Ausstellung Vielfalt: Sie zeigt, dass bei mehr als 1500 Arten gleichgeschlechtliches Sexualverhalten nachgewiesen wurde.

Vom Entdecken zur Denkleistung

Bevor sich Türen ins «Queerreich» öffnen, werden die Besuchenden von einer, auf den ersten Blick an Frida Kahlo erinnernden, Person für die bevorstehende Expedition mit einem kleinen Vorwissen und einigen wenigen Verhaltensregeln augerüstet. Danach hilft ein Expeditionsheft, durch die Ausstellung zu navigieren und dabei auch die eigene Identität zu erforschen. Es gibt keine vorgetrampelten Pfade, alle Besuchenden bewegen sich frei in den Zonen «Vielfalt», «Körperwelten», «Kräfte» und «Zukunft», denen jeweils eine eigene Farbe zugeordnet ist. Geht es in den erstgenannten Zonen vor allem um das Entdecken und Dazulernen, fordert die letztgenannte Zone schon mehr an Reflexion und Denkleistung. Konkrete Beispiele – etwa die «See­pferdchen-Väter» oder Transgendermänner, die Kinder gebären, oder die intersexuelle Sportlerin Caster Semenya, die ohne das Senken ihres Testosteronwertes nicht in der Kategorie «Frauen» starten darf – dienen als Ausgangspunkte zur Diskussion von Lösungen für aktuelle und zukünftige Herausforderungen in einer Gesellschaft, die sich grösstenteils immer noch nach der binären Aufteilung in die Geschlechter «Mann» und «Frau» richtet.

Positive Energie

Die Ausstellung wirft aber nicht nur einen Blick auf den Reichtum von Geschlechtern im biologischen Sinne, auch sozial definierte Geschlechter und gesellschaftliche Stereotypen werden hinterfragt. Im Expeditionsheft wird etwa nach Abweichungen von erwarteten Bildern gefragt. Besuchende schrieben dazu: «Ich trage lieber Röckli als Hosen», «ich bin fein und sensibel» oder «ich lasse meine Haare spriessen».

Nebst negativen Reaktionen auf Andersartigkeit – Hass oder Gewalt –, denen die queere Community in unserer Gesellschaft begegnet, hebt die Ausstellung auch die positive Energie hervor, die insbesondere in der Kunst und im kulturellen Umfeld zu spüren ist: im Kino, in der Musik oder in der Mode, wie die ausgestellten Kostüme des Modedesigners Timon Imveldt zeigen.

 

Events zu diesem Artikel

Ausstellungen

Queer – Vielfalt ist unsere Natur

Die neue Sonderausstellung schlägt eine Brücke zwischen biologischen Erkenntnissen und gesellschaftlich aktuellen Themen. Eine aufregende Expedition in die bunte Vielfalt von Natur und Gesellschaft.  Naturhistorisches Museum Bern , Bern 14.10.2021

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