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Gob Squad befinden sich in einer Lebensphase zwischen jung und alt. © Jade Mainade
HKB Theater, Zikadenweg 35, Bern

Altern als Kunst

An der HKB zeigen Gob Squad in ihrem Stück «Creation (Pictures for Dorian)» der Romanfigur von Oscar Wilde die Bilder, die ihm im Buch verwehrt bleiben. Das Stück wird präsentiert vom Schlachthaus Theater.

Der erfolgreiche und schöne Dorian Gray mischt sich mit einem magischen Bild ins Reich der Götter ein: Statt seiner, altert ein Gemälde. Er selbst bleibt dabei jung und schön. Inspiriert von Oscar Wildes Roman «The Picture of Dorian Gray», behandelt das Stück «Creation (Pictures for Dorian)» der deutsch-britischen Performancegruppe Gob Squad, die seit 25 Jahren aktiv ist, die Themen Jugend, Schönheit, Alter und Schuld. Die Bühne wird dabei zu einem riesigen Spiegel, in dem sich das Spannungsfeld und Machtverhältnis des Dreiecks zwischen Künstlerin, Kunstobjekt und Zuschauer reflektiert.

In der Zwischenphase

Die Mitglieder von Gob Squad befinden sich in einer Art Zwischen­phase, sie fühlen sich selber weder alt, noch jung. «Creation» setzt an dieser Übergangszeit ein. Für das Stück lädt die Gruppe zusätzlich je drei Personen aus weit auseinanderliegenden Generationen ein, die ihren Lebensunterhalt auf der Bühne bestreiten. Sie suchen sie jeweils im Vorfeld in jener Stadt, in der sie das Stück aufführen. Diese sechs Menschen – die eine Hälfte unter 21, die andere über 65 Jahre alt  – behandelt das Kollektiv als Kunstgegenstände und entwickelt im Verlauf des Stücks mehr und mehr eine Verbindung zu ihnen. Sie erschaffen auf der Bühne genau die Bilder, die dem niemals alternden Dorian Gray im Buch verwehrt bleiben.

Perspektivenwechsel

Bastian Trost, Mitte 40 und seit 
15 Jahren Teil von Gob Squad, stand bereits in jungen Jahren auf der Bühne und vor der Kamera. Er kann sich ein Stück weit mit Gray identifizieren: «Der Aspekt des Benutzt- und Angeschaut-Werdens habe ich vor allem 
als Filmschauspieler erlebt. Bei Gob Squad änderte sich die Perspektive wieder.» Als Performer sei er Künstler, Autor, Kameramann, Regisseur und eben nicht nur Darsteller. Die Verantwortung ist für Trost der grösste 
Unterschied zwischen Schauspieler und Performer: «Als Schauspieler hast du nur begrenzt Verantwortung für das, was du spielst. Als Performer bin ich mein eigener Autor und daher voll verantwortlich, für das was ich darstellen will.»

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