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Lisa Catena: «Ich habe meine Jugend intensiv verschwendet.»© Susanne Goldschmid
Casino Bern

«Das Futter fliegt mir ins Maul»

Die Berner Satirikerin Lisa Catena hat soeben den 
Förderpreis des Deutschen Kabarettpreises gewonnen und präsentiert ihre Radiosendung «Satire-­Fraktion» zum ersten Mal live im Casino Bern.

Lisa Catena, auf Ihrem Insta­gram-Profil schreiben Sie, Satire sei Notwehr. Notwehr gegen was denn genau?
Gegen den Irrsinn der Welt. Dagegen, dass zu viele Idioten zu viel Aufmerksamkeit bekommen. Und gegen die Gefahr, sich selber zu ernst zu nehmen.

Mit Ihrer SRF-Radiosendung «Satire-Fraktion» nehmen Sie die Parlamentssessionen auf die Schippe – machen Sie sozusagen politische Satire für Menschen, die sich null für Politik interessieren?
Ganz ehrlich, die Politiker selbst haben ja manchmal auch keine Ahnung, um was es geht. Mit der Sendung möchten wir einfach die Türen des Ratsaals einen Spalt weit auftun und zeigen, wie absurd Politik teilweise ist. Gleichzeitig tangieren die Sessionen unser Leben ja sehr konkret, halt einfach nicht in Echtzeit.

Nun kommt die «Satire-Fraktion» erstmals im Casino Bern auf die Bühne, unter anderem mit Frölein da Capo und der Slammerin Rebekka Lindauer. Machen Sie als Satirikerin im Wahljahr eigentlich Freudensprünge?
Imfall schon! Im Parlament wollen sich zurzeit alle profilieren, niemand will einen Misstritt machen. Politik ist in der Hinsicht Showbusiness ja nicht unähnlich. Das Futter fliegt mir im Moment regelrecht ins Maul.

Sie haben die Schule und zwei Studiengänge abgebrochen, in einer Punk­rock-Band gespielt, und scheinen nun mit dem Kabarett Ihre Berufung gefunden zu haben. Wie kam dieser Wandel zum Workaholic?
Ich glaube, in der Kunst ist es tatsächlich so, dass Dinge auf einen zukommen. Oder auch nicht. Ich war schon immer ein grosser Fan von Umwegen, und bin es immer noch, auch wenn heute alle schon mit 18 einen Lebensplan wollen. Mit dem Kabarett habe ich zum Glück etwas gefunden, das ich gut kann, und das mir den Lebensunterhalt sichert. Ausserdem: Ich bin zwischen 20 und 30 so viel rumgehangen, es ist okay, wenn ich jetzt etwas mehr arbeite. Ich habe meine Jugend intensiv verschwendet.

Da Sie in den nächsten paar Monaten wohl noch eine ganze Menge Interviews erwarten: Gibt es eine Frage, die Sie nie wieder gestellt bekommen möchten?
«Warum gibt es noch immer so wenige Frauen in der Comedy-Szene?»

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