mitgliederwerden grey iconMitglied werden
Archiv
Der Desktop ist die neue Bühne – Screenshot von Bangerters 1:1-Performance.© ZVG
Dampfzentrale, Bern

Der digitale Neuraum

Die performativen Künste und der digitale Raum sind in Veränderung. «Trial & Error» der Dampfzentrale bietet eine Plattform, die spielerische Versuche wie die digitale «Eins-zu-Eins-Performance» von Rebekka Bangerter ermöglicht.

Online ist – wohl oder übel – der neue Inszenierungsraum. Darum will die Dampfzentrale den Spielraum im neuen Raum kreativ ausloten, statt einfach auf Live-Streaming umzustellen. Dazu bietet sie ein Experimentierfeld: Bei «Trial & Error», dem Versuchs-labor für kühne Choreografie, steht die Frage im Zentrum: «Wie geht Choreografie im digitalen Raum?».

Neue Genres

Die Frage gebärt neue Genres: Da ist zum Beispiel der «choreografierte Desktop» der Tänzerin und Choreografin Nina Richard: in «feet4music2grass3feetrev2.mov» zeigt sie eine eigentlich klar definierte Choreografie, die sich verliert in den unterschiedlichen (digitalen) Realitäten der Tänzerinnen ihres MassHysteria-All-Female -Collective. Emma Murray wiederum lädt zu einer «Live-Begegnung mit meinem Archiv», wobei sie mit einem Onlinetool Probeaufnahmen einer eigenen Performance überschreibt.

Die in Zürich wohnhafte Berner Regisseurin Rebekka Bangerter wiederum nennt ihre Idee eine «written word online performance». Dabei inszeniert sie eine Begegnung mit einer anonymen Instanz unter dem Titel «Attempts on your body (by the anonymous screen in front of you)». Im Gespräch unterstreicht sie ihr Interesse, dem Gefühl von Anonymität auf den Grund zu gehen, das unweigerlich die Frage mit sich bringt, wie weit man als Zuschauende mitmacht.

Neue Fragen

Auch weitere Fragen treiben sie um: «Wie wirkt dieser Raum ein auf unseren Körper? Deformiert er uns? Lässt er die Hemmschwelle sinken–und wie? Was heisst Gewalt im virtuellen Raum? Und was passiert, wenn die Kopräsenz von Publikum und Performer nicht gegeben ist?» Mit dem einfachen Setting von einem Stuhl, einem Tisch und einem Laptop greift sie diese Fragen auf. Warum sie sich als Theaterregisseurin in diesen Raum vorwagt? «Ich hatte Lust, dieses relativ neue und noch wenig besetzte Format auszuprobieren. Es ist spannend, für einmal nicht in Fusstapfen treten zu können, etwas zu tun, das nicht seit 1000 Jahren durchdekliniert wurde.»

Nebst viel neuem Wissen, das Bangerter nebenher erlernen musste, um digital zu inszenieren, bleibt aber eine Feststellung: eine Verbindlichkeit, eine Art Einheit von Raum und Zeit, in der sich Publikum und Performer befinden braucht es auch hier. So hat sie ein «Eins-zu-Eins-Format», bei dem das Publikum, bestehend aus jeweils einer Person, mit einem Bildschirm interagiert und 
kreiert.

www.dampfzentrale.ch
Anmeldung: info@dampfzentrale.ch

 

Anmeldung Newsletter

Wetter in Bern

laden