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Die Pharaonin hat kein Erbarmen mit den Sklaven, die ihr Abkühlung verschaffen.© Jonathan Liechti
Kirchgemeindehaus Johannes, Bern Promotion

Durch die Wüste, ins Jetzt

Das Theaterensemble Johannes inszeniert «Exodus», die Geschichte über das Leben der biblischen Figur Moses. Mit überraschenden Kniffs holt die bunt durchmischte Gruppe die Geschichte ins Jetzt.

 «Make Egypt Great Again» wiederholt die Pharaonin wie ein Mantra. Trauben essend, während ihr von einem ihrer Diener Luft zugefächelt wird. Sie leide ja auch unter der Hitze, sagt sie zu einem der Sklaven, als dieser bei ihr seinen Unmut über die Arbeitsbedingungen kundtut. Doch die Herrscherin Ägyptens hat kein Erbarmen: Sie lässt die Sklaven bei siedender Hitze, ohne Rücksicht auf deren Gesundheit, den Sonnentempel für sie erbauen.

«Warum musstest Du unbedingt mich auswählen?» schreit Moses, als er von einer Stimme, die aus dem Himmel zu ihm spricht, dazu gedrängt wird, sein Volk raus aus Ägypten zu führen. Er kam als Kind armer Sklaven zur Welt und und sollte eigentlich umgebracht werden, da er des Mordes an einem Sklaventreiber angeklagt wurde.

Synchronisierung als Muster

Das Theaterensemble Johannes der ökumenischen Kirchgemeinden im Berner Nordquartier inszeniert «Exodus» in einer Mundartfassung. Es spricht damit Themen an, die weit über das Christentum hinausreichen: So übt das Ensemble etwa Kritik am Umgang mit der Sklaverei, die in gewissen Formen noch heute praktiziert wird. Des Weiteren gibt das Stück des generationsdurchmischten Ensembles Denkanstösse zu Themen wie Fremdenangst und Wirtschaftsmigration. Einige überraschende Kniffe, wie etwa dass die Stimme Gottes weiblich ist oder das Stück mit zeitgenössischer und improvisierter Orgelmusik (Hans Eugen Frischknecht) unterlegt ist, holt die Geschichte zum Leben Moses ins heute.

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