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Das Stadttheater ist ein «anderes Kaliber» für Schauspielerin Aline Beetschen.© Janine Guldener
Stadttheater Bern

«Füfmal meh ad Seck»

Mit einem klaren Ziel kämpft es sich besser – ob für die Schauspielerei, finanzielle Unabhängigkeit oder für das Klima wie im Kinderstück «Cengalo, der Gletscherfloh» von Franz Hohler im Stadttheater Bern. Die Schauspielerin Aline Beetschen aus Interlaken im Porträt. Sie sei «sozusagen im Mundarttheater aufgewachsen». Seit Aline Beetschen als Kind beim Landschaftstheater Ballenberg mitgewirkt hat, wollte sie Schauspielerin werden. Ballenberg – die Interlaknerin betont das L – ist für sie bis heute «so es Heicho». Und Schauspielern allgemein, das brauche sie für ihr Selbstbewusstsein, für ihre Ausgeglichenheit. Doch erst wurde sie Köchin. Und Skilehrerin. Während der Lehrabschlussprüfungen «stierte» sie ihre erste Hauptrolle auf dem Ballenberg durch. Auf diese folgten zwei weitere. Insgesamt dreimal ein Vreneli: in «Ueli der Knecht» und «Ueli der Pächter» von Gotthelf und 2019 in Kellers «Romeo und Julia auf dem Dorfe», da studierte sie schon Schauspiel an der Hochschule der Künste Bern. Bis heute finanziert sie das Studium mit ihrer Arbeit als Köchin.

In dieser «Künstlerwelt» voller «Gstudierte» der HKB fühlte sie sich erst nicht zuhause: «Ich hatte noch nie Kleist gelesen, wusste zwar, wer Hamlet war, aber weder bei Richard dem Dritten noch bei Maria Stuart konnte ich mitreden. Ich wusste absolut niente, nada – nur meine Vorsprechmonologe. Und: mein Hochdeutsch war miserabel.» Heute lacht sie darüber, erzählt, wie sie «Füfmal meh ad Seck» musste, aber hineingewachsen sei und auch Gefallen fände an Rollen aus Klassikern.

Klimaflüchtlingsflöhe tauchen auf

Jetzt steht die 23-Jährige erstmals im Stadttheater Bern auf der Bühne: in «Cengalo, der Gletscherfloh», einem Kinderstück ab 6 Jahren. Auch wenn «nur» gut 600 Leute zusähen statt 800 wie auf dem Ballenberg, sei es doch ein ganz «anderes Kaliber» mit den roten Samtbezügen der Stühle, den goldenen Verzierungen, der Raumhöhe und dem «geübteren» Publikum.

Im Stück, das Franz Hohler im Auftrag von Konzert Theater Bern geschrieben hat – erstmals wurden die Berner Regisseurin Meret Matter und die Musikerin Sibylle Aeberli engagiert – spielt Beetschen Kät, ein Kind der Familie Ratter. Die Ratters mit ihrer Abwaschmaschine, dem Wasserkocher und dem Motorrad sind das Gegenstück zur vorbildlich klimaschonenden Familie Cengalo. Dass es im Gletscher reinzutropfen beginnt und gar Fiji-Flöhe als Klimaflüchtlinge auftauchen, dafür sind grössere Zusammenhänge verantwortlich. Darum spannen die Kinder beider Familien zusammen und kämpfen für die Rettung der Welt.

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