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Im Angesicht der Aktualität: Marks Blond und Simone Gilles alias Blond & Gilles wagen sich an eine Late-Night-Show.© The Blond & Gilles Late
Schlachthaus Theater, Bern

Hunger nach dem Newsfeed

Die Anordnung: ein Tagesthema, ein Newsroom und eine Late-Night-Show. Die Künstler: Performende, Journalistinnen und Journalisten. Das diesjährige Performance Art Festival Bone steht im Zeichen der Aktualität.

News sind wie Take-away: schnell ist der Teller voll, der akute Hunger gestillt, dauernd kann man konsumieren, der Geschmack ist global. Wenn es nach dem Performance Art Festival Bone geht, dann kann Performance wie die von Aktualität getriebenen News funktionieren und umgekehrt. «Der Marktplatz der Aktualität ist seit der Digitalisierung in Bewegung. Die Rituale des Newskonsums haben sich verändert, verlagert und potenziert», so formuliert es Co-Kurator San Keller. «Co-Kuratorin Sibylle Omlin und ich behaupten, dass die Performance noch aktueller werden muss als sie es aktuell schon ist, gerade weil sie sich schon immer dem zeitlosen Moment hingegeben hat», sagt er.

 

Bühne: Newsroom

Vor einem Jahr vereinte das Festival Künstlerinnen und Künstler mit Musikaffinität zu spontanen Jams. Heuer steht es im Zeichen der Aktualität. Am Morgen sitzen die eingeladenen Kunstschaffenden, Medienschaffende und die Kuratierenden in einer Redaktionssitzung zusammen und definieren ein Tagesthema. Am Abend fungiert dann der Saal im Schlachthaus wie eine Art hektischer Newsroom: Eine Journalistin oder ein Journalist gibt einen Überblick über das Thema – eingeladen sind beispielsweise Marina Bolzli («Berner Zeitung»), Simone Meier («Watson»), Vincenzo Capodici («Tages-Anzeiger») oder Max Küng («Das Magazin»), der auch als DJ auftritt.

Ressort: Katastrophen

Die Performerinnen und Performer interpretieren in zwei «Tracks» pro Abend die Tagesaktualität. Frei, im Sinne ihrer Spezialgebiete, oder «Ressorts». Martin Schick, Andrea Marioni und Darren Roshier aka Grey Truth subsumieren sich unter «professionellem Dilettantismus», während Lucie Tuma sich mit Identitätsbildung auseinandersetzt. Christoph Draeger fokussiert auf Katastrophen, Verbrechen, Sarkasmus und Nachrufe. So hat er ein Projekt zu «Tsunami Architektur» realisiert oder mit «Unforced Errors» unforcierte Fehler näher betrachtet. Das Zürcher Künstlerkollektiv U5 bespielt die Bar mit einer interaktiven Installation. Ihr Thema: Urheberschaft. Zum Schluss des Abends folgt eine Late-Night-Show von Marks Blond und Simone Gilles alias Blond & Gilles.

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