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Der neue KTB-Intendant Florian Scholz pendelte zwischen Bern und Klagenfurt. © ZVG
Konzert Theater Bern

«Ich lerne Bern peu à peu kennen»

Florian Scholz ist der neue Intendant von Konzert Theater Bern. Beim Neustart nach den Theaterferien werden neben ihm auch ein neuer Schauspieldirektor und ein neuer Operndirigent mitwirken.

Florian Scholz, Sie sind seit vergangenem Herbst als Nachfolger des abrupt zurückgetretenen Stephan Märki Intendant in einem 50-Stellenprozent-Pensum bei Konzert Theater Bern (KTB). Sie erfüllten jedoch bis anhin auch noch Ihren Vertrag als 100-Prozent-Intendant am Stadttheater Klagenfurt in Österreich. Wo haben Sie die Zeit des Lockdowns verbracht? Und: Wie kann man gleich zwei Grossorganisationen wie die beiden Stadttheater vom Homeoffice aus leiten?
Konzert Theater Bern wurde bis Ende der Spielzeit interimistisch von unserem kaufmännischen Direktor Anton Stocker geleitet. Mein 50-Prozent-Vertrag bezog sich also nicht in erster Linie auf das laufende Tagesgeschäft, sondern diente vor allem dazu, die Vorbereitungen der zukünftigen Spielzeiten auf eine sehr solide Basis zu stellen. Dank der Schweizer Aufenthaltsbewilligung konnte ich auch während des Lockdowns beruflich zwischen Klagenfurt und Bern pendeln, allerdings nur mit dem Auto. Und wie wir alle habe ich die erstaunliche Erfahrung gemacht, dass sich auch von zu Hause aus sehr viel bewirken lässt.

Zurzeit sind Sie, wie alle Mitarbeitenden des KTB, in den Theaterferien. Gibt es trotzdem Arbeit für Sie als Intendant?
Als Intendant denkt man immer über seine Arbeit nach, aber ich werde auch versuchen, mich ein bisschen zu erholen.

Sie eröffnen die neue Saison Anfang September mit der grossen Choroper «Der Freischütz». Der neue Spielplan, den Sie Mitte Mai vorgestellt haben, ist in weiten Teilen jedoch noch unter Ihrem Vorgänger erstellt worden. Können Sie der Spielzeit 2020/21 trotzdem da und dort künstlerisch schon Ihren Stempel aufdrücken?
«Der Freischütz» ist leider der Coronakrise zum Opfer gefallen. Wir werden ihn zu einem späteren Zeitpunkt zeigen, da unser Koproduzent ihn nicht hat proben können. Unsere Opernsparte hatte in der letzten Spielzeit eine «verkaufte Braut» erarbeitet, die ein sehr schöner Erfolg geworden ist, und wir freuen uns, diese für uns wichtige Aufführung dann im September zeigen zu können. Die Spielzeit 2020/21 ist komplett von den Spartenleitenden geplant worden, und auch in Zukunft wird das künstlerische Programm von den Spartenleitenden federführend bestimmt sein.

Sie starten mit einem neuen Schauspieldirektor und einem neuen Operndirigenten. Kann sich das Berner Publikum auch auf neue Gesichter im Schauspiel- und im Opernensemble freuen? Wer kommt neu hinzu?
Das Berner Publikum kann sich vor allem auf eine prachtvolle Saison 2020/21 mit den derzeitigen Ensembles freuen.

Das traditionelle Eröffnungskonzert auf dem Bundesplatz musste Corona-bedingt abgesagt werden. Wie zuversichtlich sind Sie, dass Sie die neue Spielzeit wie geplant im Normalbetrieb durchführen können?Das Freilichtkonzert wurde abgesagt, weil jetzt schon bekannt ist, dass im August Veranstaltungen von über 1000 Besucherinnen und Besuchern nicht durchgeführt werden können. Abgesehen von dieser Sondersituation gehen wir derzeit optimistisch davon aus, dass wir in unserem Theater mit etwa 600 und dem Casino mit mindestens 1000 Plätzen wieder spielen können, vielleicht bei leicht reduzierter Zuschauerzahl. Wir müssen die Entwicklung abwarten, aber es gibt Grund zur Hoffnung.

Gibt es einen Plan B für Ihr Viersparten-Programm, falls es auch weiterhin Einschränkungen geben sollte oder es gar zu einer zweiten Corona-Welle kommt?
Diese Frage betrifft zwei Bereiche. Auf der Bühne gibt es einen Plan B, wie wir gewisse Distanzregeln einhalten können. Was das Publikum angeht, folgen wir selbstverständlich den dann geltenden Vorschriften. Diese werden beeinflussen, wie viele Personen auf welche Weise die Vorstellungen besuchen können.

Falls ab September auch weiterhin nur eine beschränkte Zuschauerzahl erlaubt sein wird: Finden alle Aufführungen, auch Oper und Symphoniekonzert, wie geplant statt? Oder wird es wegen der Zuschauerbeschränkung einfach mehr Vorstellungen geben?
Seit dem 22. Juni sind Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen wieder erlaubt, was uns hoffen lässt, dass ab September alle Aufführungen und Konzerte wie geplant stattfinden können.

Und ganz persönlich: Haben Sie Bern schon ein bisschen kennen gelernt? Und haben Sie hier schon ein neues Zuhause gefunden?
Ja, ich wohne bereits fest in Bern und lerne es peu à peu besser kennen. Vieles, das mit «sich treffen» oder «sich versammeln» zu tun hat, findet ja derzeit leider noch nicht wieder so statt wie zuvor. Aber die wundervolle Natur ist davon zum Glück nicht betroffen und in meiner Freizeit erkunde ich vor allem den Westen der Stadt, den Gurten und das schöne Aaretal.

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