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Antike, hochmodern: Sophia Aurich.© Deborah Polzer
Vidmar 2, Liebefeld

In der «entgötterten Welt»

Die Regisseurin Sophia Aurich bringt in den Vidmar2 «Orest» in einer neuen Bearbeitung von John von Düffel 
auf die Bühne und erzählt, warum sie vom antiken 
Theater fasziniert ist.

Um «Rache, Macht, und Gewaltfantasien» gehe es in «Orest», sagt die Regisseurin Sophia Aurich, und ist dabei sichtlich begeistert von ihrem Stoff. Für Konzert Theater Bern hat sich Aurich, die in Berlin studiert hat, einen griechischen Theaterklassiker ausgesucht, der mit jedem modernen Thriller mithalten kann.

«Orest» erhält den Namen von der «Orestie», einer Trilogie des griechischen Dramatikers Aischylos, die im Jahr 458 v. Chr. zum ersten Mal aufgeführt wurden. Zentral sind dabei Klytaimnestra und ihr Geliebter Aigisthos, welche schlussendlich von Klytaimnestras Sohn Orestes ermordet werden. Hätte dieser auch anders handeln können? Für Aurich ist der Text hochmodern: «Mich fasziniert die Antike schon lange. Die Art, wie in diesen Stücken die menschliche Natur und zwischenmenschliche Konflikte mit all ihren Schattenseiten hinterfragt werden, hat für mich etwas Zeitloses.»

Wie viel Spielraum gibt es?

Regisseurin Aurich orientiert sich bei ihrer Inszenierung an einer Bearbeitung des deutschen Dramatikers John von Düffel. In Düffels «Orest» von 2013 wird die Geschichte auf wenige Charaktere reduziert, wobei zugleich auf zwei weitere griechische Klassiker verwiesen wird: Sophokles’ Stück «Elektra» und «Orestes» von Euripides. Beide gelten als Fortsetzungen des einflussreichen Originals.

Die Regisseurin schält das Wesentliche heraus: «Inwiefern wir einen freien Willen haben oder nicht, das interessiert mich. Ich will herausfinden: Wie viel Handlungsspielraum haben diese Figuren in einer entgötterten Welt?» Aurichs Inszenierung rückt dabei die Macht der Menschen ins Zentrum.

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