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Laurence Wagner zeigt Kunst, die brennt, aber nicht unbedingt weh tut.© Julie Folly
Diverse Orte, Freiburg

Keine Angst vor Feuer

Das «Belluard Bollwerk» in Freiburg steht dieses Jahr im Zeichen des Vulkans. Ein Gespräch mit Laurence Wagner, der Direktorin des Festivals, das zeitgenössische darstellende Kunst an ungewöhnlichen Orten zeigt.

Laurence Wagner, der Vulkan ist das Symbol der diesjährigen Festivalausgabe. Warum?
Der Vulkan verkörpert meiner Meinung nach die Kraft der Kreation. Auch Künstler*innen haben ein Feuer, das ihnen innewohnt und ihnen die nötige Kraft verleiht, zu kreieren. Um diese Ausgabe vorzubereiten, habe ich tatsächlich Vulkane besucht. So habe ich im letzten Jahr auf den Azoren im Inneren eines Kraters verstanden: Vulkane sind auch Rückzugsorte, in denen sich Gemeinschaft bildet oder sogar Tee angebaut wird. Eine schöne Analogie zu meiner Tätigkeit, die darin besteht, ein Festival «wachsen» zu lassen. Wenn ich jetzt in der Festung des Bollwerkes stehe, habe ich das Gefühl, mich im Herzen eines Vulkans zu befinden.

Das Festival setzt auf radikale Künstler*innen wie Rébecca Chaillon. Die schwarze, lesbische und übergewichtige Künstlerin konfrontiert das Publikum mit Sexismus, Rassismus und Ableismus. Muss Kunst weh tun?
Ich glaube an starke künstlerische Aktionen, die mutig und grosszügig sind. Ich glaube an die Radikalität der Form und des Diskurses, gleichzeitig aber auch an das Wohlwollen der Künstler*innen gegenüber ihrem Publikum. Wir sind darum sehr weit weg von reiner Provokation. Rébecca Chaillons Spektakel «Carte Noire nommée Désir» ist historisch, phänomenal fulminant und radikal.

Welches ist der speziellste Spielort dieses Jahr?
Der ungewöhnlichste Schauplatz befindet sich dieses Jahr in Alterswil im Kanton Freiburg bei einem Taubenzüchter, der uns auf seinem Bauernhof empfängt. Ansonsten begrüssen wir das Publikum natürlich wie seit fast vierzig Jahren auch in der Festung des Bollwerkes, das dem Festival den Namen gibt.

Seit 2019 sind Sie Direktorin des Festivals. Was sind Ihre Ziele?
Ich will das Festival, seine unglaubliche Geschichte und seine erfrischende Gegenwart zum Vibrieren bringen. Ich möchte es stark und eigenständig innerhalb der zeitgenössischen Festivals positionieren und auch neue Besucher*innen ansprechen und sie dazu auffordern, sich diesem tollen künstlerischen und menschlichen Abenteuer anzuschliessen.

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