mitgliederwerden grey iconMitglied werden
Musikalische Einlage von Aaron Hitz und Clara Gil mit der lebensgrossen Eurydike-Puppe in der gleissenden Unterwelt.© Joel Schweizer
Stadttheaer Biel und Solothurn

Lebendige Puppe im Reich der Toten

In «All you can be!» erzählen die Schauspieler Max Merker und Aaron Hitz am Theater Orchester Biel Solothurn den griechischen Mythos von Orpheus und Eurydike neu. 
Puppenspielerin Clara Gil gibt Eurydike eine Stimme.

Veranstaltungsdaten

MI 25.11.2020 19.30
MI 25.11.2020 19.30
DO 10.12.2020 19.30
SA 19.12.2020 19.00
DI 05.01.2021 19.30
FR 08.01.2021 19.30
SA 09.01.2021 19.00
FR 15.01.2021 19.30
MI 27.01.2021 19.30
DO 04.02.2021 19.30

«Eurydike und Orpheus» lautet der Untertitel des Stücks «All you can be!», das am Theater Orchester Biel Solothurn (TOBS) als Uraufführung zu sehen ist. Für einmal steht nicht der singende Dichter Orpheus an erster Stelle, sondern die Nymphe Eurydike. Sie hätten der meist passiv dargestellten Figur eine Stimme geben wollen, schreibt die Puppenspielerin Clara Gil im Programmheft. Die Geschichte aus der griechischen Mythologie, in der der liebeskranke Orpheus seine geliebte Eurydike, die an einem Schlangenbiss gestorben ist, aus der Unterwelt, dem Reich der Toten, befreien will, wurde bereits mehrfach in Oper und Schauspiel verewigt. In der Produktion von und mit den Schauspielern Aaron Hitz und Max Merker, Letzterer führt auch Regie, wird der Mythos neu erzählt.

Auf der Schwelle

«Unser Stück konzentriert sich auf die Untersuchung jener feinen Linie, die Leben und Tod trennt. Was kennzeichnet die Lebenden und die Toten? Kann das eine das andere sein? Ist das nur im Theater möglich? Sind Marionetten die Einzigen, die beide Seiten erreichen können?», schreibt Gil, die mit ihrer Puppe Eurydike verkörpert. Mit Elementen der Commedia dell’arte erzählen die beiden ehemaligen Ensemblemitglieder des TOBS, die in der Tradition des Physical Theatre arbeiten und ihr Talent für Slapstick bereits in der Buster-Keaton-Hommage «Lachen verboten!» unter Beweis gestellt haben, eine Geschichte mit Musik­einlagen und philosophischen Einsprengseln.

Inspiriert wurden sie unter anderem vom Kurzfilm «Was sind die Wolken?» von Pier Paolo Pasolini, in dem Shakespeares «Othello» von Puppen aufgeführt wird, wobei die Marionetten von Schauspielern gespielt werden, die die ihnen vorgegebenen Handlungen zu hinterfragen beginnen. Auch die beiden Hauptdarsteller Merker und Hitz hängen zuweilen wie Marionetten an Fäden und thematisieren damit den Zauber der Schauspielkunst an sich, den Traum, jemand anderes zu sein und den fast unsichtbaren Faden, der Kunst und Wirklichkeit verbindet.

Svea Haugwitz vom TOBS sagt über die Stimmung der Inszenierung und das Bühnenbild: «Es wird bei uns nicht dunkel in der Unterwelt, sondern vielmehr bunt und heiss wie in der Hölle. Tatsächlich hat die unwirtliche Wüstenlandschaft, in der Hunger und Durst keine Seltenheit darstellen, assoziativ viel mit dem Totenreich gemeinsam.»

Events zu diesem Artikel

Bühne

ALL YOU CAN BE!

Schauspiel- Produktion der TOBS Theater Orchester Biel Solothurn  KKThun Kultur- und Kongresszen ..., Thun 15.01.2021, 19.30

Anmeldung Newsletter

Wetter in Bern

laden