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«L'absolu» von Boris Gibé ist ein magisch-artistisches Spiel mit Feuer, Wasser und der Schwerkraft. © Jérôme Vila
Terrain Gurzelen, Biel

Poetischer Big Bang in Biel

13 Tage Spektakel, Varieté, Tanz und Artistik: Das Bieler Nebia-Theater verwandelt das Terrain Gurzelen mit dem «Cirque d’eté» in ein kreatives Kraftfeld. 

Manche glauben daran, dass es Kraftorte gibt, von denen eine besondere Energie ausgeht – ganz ohne menschliches Zutun. Auf dem Terrain Gurzelen, dem Kultur-Offspace-Areal, das seit fünf Jahren im einstigen Fussballstadion am Rande von Biel gedeiht, sind es die Menschen, also Artisten, Tänzerinnen, Schauspieler und Musikerinnen, die den Ort im Rahmen des Theaterspektakels «Cirque d’Eté» für knapp zwei Wochen mit kreativem Geist aufladen und verzaubern. «Das Terrain Gurzelen schien mir ideal für ein Sommerfestival: Da ist genug Raum für Installationen, und die Atmosphäre des Offspace ist wie geschaffen für uns», sagt Marynelle Debétaz, künstlerische Leiterin des Bieler Nebia­-Theaters, die das Sommerzirkusfestival erstmals auf die Beine stellte. Die Idee dazu entstand während der Pandemie: «Reguläres Spielen in Theatersälen war lange nicht möglich. Wir wollten das Publikum bereits im Sommer wieder treffen.»

Variété, Clownerie, und das Absolute

Vier verschiedene Compagnien und ihre Shows, die alle ohne viel Worte auskommen, und so ein französisch- wie deutschsprachiges Publikum ansprechen, werden zu erleben sein: Das Variété «Ballett» (Zirkus FahrAwaY), die Artisten der Cie Roikkuva mit 
«Empire of Fools», die Clownshow «Very little Circus» des Wakouwa 
Teatro, – und «L’Absolu», ein sinnlich-
übersinnliches Gesamterlebnis des französischen Choreografen und Artisten Boris Gibé. Die Performance spielt im Innern eines 12 Meter hohen Siloturms, an dessen Innenwänden eine spiralförmige Treppe als Tribüne dient. «Das Publikum erlebt das Spektakel, das sich auf verschiedenen 
Höhen abspielt, hautnah, wird mitten ins Geschehen miteinbezogen.»

Prometheisch-artistisches Wagnis

So wirft sich der einzelne Artist – mal ist es Gibé selbst, mal ein anderer Tänzer seiner Compagnie Les Choses de Rien – vor den Augen des Publikums von der Kuppel des babylonischen Turms in die Tiefe, spielt mit dem Feuer, dem Wasser, der Schwerkraft der Erde – und auch ein bisschen mit dem Schicksal: «In jeder Show gehe ich an die Grenze, lasse das Publikum die Verletzlichkeit und existenzielle Leere des menschlichen Daseins erfahren, wenn ich ins Nichts springe oder mich dem Feuer aussetze», sagt Gibé selbst über das Stück. Untermalt wird dieses prometheisch-artistische Wagnis denn auch von Bachs Arie «Erbarme dich» – vielleicht auch, um die Götter ob so viel menschgemachter Magie gnädig zu stimmen.

Terrain Gurzelen, Biel
Di., 27.7. bis 8.8.
• «L’Absolu»: Di., 27.7., 21 Uhr
Vorstellungen bis 8.8.
• «Very little Circus»: Mi., 28.7.,
15 Uhr
• «Empire of Fools»:
Do., 29.7., Sa., 31.7., 19 Uhr,
und Fr., 30.7., 21 Uhr
• «Ballett»: 3.8. bis 6.8., 19 Uhr
www.nebia.ch

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