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Knigge-Kurs im Schloss Oberhofen.© Essenmachtfreu(n)de
Diverse Schlösser der Region

Schlösser bitten zu Tisch

Der diesjährige Schweizer Schlössertag läuft unter dem Motto «Essen». Von Tischmanieren über Leonardo da Vincis Rosensiruprezept bis hin zur nachhaltigen Verwertung der Jagdbeute gibt es viel zu lernen – und natürlich zu kosten.

«In gehobenen Gesellschaften stiess man beim Dinieren nie mit den Getränken an», erzählt Patrick Schlenker. Das sei höchstens in der Spelunke vorgekommen. Als historischer Berater ist Schlenker Experte, was die Manieren von früher betrifft. Dabei haben es dem Basler die Belle Époque, die damals geltenden Anstandsregeln und die damalige Mode besonders angetan. Am diesjährigen Schweizer Schlössertag dreht sich alles um Essen. Und so passt es, dass Schlenker, der der Filmbranche, Theaterproduktionen und Museen beratend zur Seite steht, in seinem Vortrag «Tischmanieren in der Belle Époque» vergangene Umgangsformen interaktiv weitergibt. So dürfen sich einige aus dem Publikum an den Tisch im Schloss Oberhofen setzen und die Gepflogenheiten mit Schlenker durchspielen. «Die Menschen sind dann immer davon überrascht, dass damals immer die Frau entschied, ob der Mann sie bei der Begrüssung berühren durfte», so Schlenker. Das gelte noch heute als offizieller Knigge, nur wüssten das viele nicht.

Liedgut für Gefrässige

Nebst dem Schloss Oberhofen beschäftigen sich am Schweizer Schlössertag knapp 30 Schlösser mit Essen. Das Ensemble Dragma widmet sich im Schloss Thun musikalisch den Delikatessen des Spätmittelalters und der Renaissance. Unter anderem mit «Ain Gefress» aus dem 15. Jahrhundert, das aus der Feder des Minnesängers Michel Beheim stammt und von sieben Männern handelt, die in einer Taverne eintreffen und allerlei Speisen – Schweizer Käse oder sogar Drachenfleisch – wünschen. Auch ein Rezept von Leonardo da Vinci für Rosensirup besingt das Trio, den Besuchende anschliessend probieren dürfen.

Statt Rosensirup gibt es im Schloss Landshut Wild zu kosten – nachdem die Fachleute gezeigt haben, wie sie die Jagdbeute nachhaltig verwerten. Sie häuten und zerlegen die Wildtiere und zeigen auch, wie sie die ungeniessbaren Teile wie Haut, Fell und Horn verarbeiten.

 

«Tischmanieren in der Belle Époque»: Schloss Oberhofen. 16 Uhr
Ensemble Dragma: Schloss Thun. 11, 13, 14.30 und 16 Uhr
«Aus der Praxis der Jagd»: Schloss Landshut, durchgehend
www.dieschweizerschloesser.ch

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