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Luka Dimic als Rick, Mariananda Schempp als Coco und Gabriel Schneider als der Körper. © Anette Boutellier
Vidmar 1, Liebefeld

«Sie hat eine Tür geöffnet»

Ein Musical über «Coco», die erste bekannte Transgenderfrau der Schweiz, hat Premiere bei Konzert Theater Bern. Der Autor Alexander Seibt musste «Fallen umschiffen».

Die Thuner Transgenderfrau Coco wurde 1991 über Nacht im ganzen Land bekannt. Paul Rinikers Dokumentarfilm «Traum Frau» über Marc-Patric Lorétan, der endlich offiziell zur Frau, zu Eve-Claudine wurde, lief im Schweizer Fernsehen. Krisen, gesundheitliche Probleme und Boulevardscheinwerfer begleiteten sie allerdings zu oft, mit 29 Jahren beging sie Suizid.

«Sensible Themen»

Konzert Theater Bern zeigt nun das Musical «Coco» aus der Feder von ­Alexander Seibt (Buch) und Markus Schönholzer (Musik). «Was bedeutet es, nicht im eigenen Körper zu leben? Die Grundfrage des Stücks war mir instinktiv klar», sagt Seibt. Die Arbeit sei aber nicht nur leicht gewesen. «Ich musste einigen Ansprüchen gerecht werden und Fallen umschiffen, denn sowohl die Person Coco als auch Transgender sind sensible Themen.» Was half, waren ­Recherche, Gespräche mit Zeitzeugen, heutigen Betroffenen und die künstlerische Freiheit, keine dokumentarische Biografie schreiben zu müssen.

Erzählt wird die Geschichte als ­Musical mit gefühlvollen Liedern und, gerade wegen all der Tristesse, Humor. Mit Mariananda Schempp spielt eine Frau die Hauptrolle – das war sehr wichtig, wie Seibt sagt: «Coco war eine Frau. Ein Mann als Darsteller kam deshalb nicht in Frage». Coco habe den Mut gehabt, sich der Frage «Wer bin ich?» zu stellen und sich auch so in der Gesellschaft zu präsentieren. Zudem habe sie in der Schweiz die Tür für ein Thema aufgestossen, das der breiten Bevölkerung neu gewesen sei. «Die Tür ist nicht mehr zugegangen.»

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