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Im Zentrum: der Körper.© ZVG
Grosse Halle, Bern

Von Körpern, die Musik erspüren

Ohne Winterschlaf: Das Bone Club x Performance Festival bringt unter dem Titel «De_Hybernation» die zwei Formate in der Grossen Halle zusammen.

«Für uns war diese ganze Pandemie-Zeit eine Art Winterschlaf, gerade in den Feldern, mit denen wir uns beschäftigen – Club und Performance. Wir wollten diesen Moment schaffen, in dem das abgelegt wird», erzählt Thea Reifler zur diesjährigen Ausgabe des Festivals. Deshalb auch der Titel «De_Hybernation». Gemeinsam mit San Keller kura­tieren Thea Reifler und Phillipp 
Bergmann die diesjährige Ausgabe. Die zwei Kurator*innen sind zum ersten Mal dabei und schaffen für das Festival neue Zugänge: «Wir kommen aus der queeren Kulturszene. Auch haben wir einen Hintergrund in den Bereichen Theater und Performance und bringen dadurch einen starken Fokus auf die performativen Künste mit», so Phillipp Bergmann. Zur Frage, wie es zur Verbindung zwischen Clubkultur und Performance kam, meint Thea Reifler: «Viele in unserem künstlerischen Umfeld setzen sich mit Clubkultur und mit Situationen, in denen es um körperliche Erfahrung mit Musik geht, auseinander». Sie nennen Layton und Samuel Hertz mit der Drone-Metal-Performance DOOM oder Cevlan Öztrük mit «Orientalien.»

 

Die Oper vibriert

Diese körperliche Erfahrung, wie Thea Reifler sie beschreibt, lässt sich im Programm des Festivals in ganz unterschiedlichen und kreativen Formen ausmachen. So etwa in der Performance «Body-Opera» von Wojtek Blecharz – eine Klanginstallation, die über den gesamten Körper wahrgenommen und erspürt wird. Blecharz sieht Klang als «eine Frequenz, eine Schwingung, ein sehr dynamisches Material, das auch unseren Körper und unsere Gefühle ‹berührt›». Blecharz zeigt ausserdem mit «Symphony 3 for wireless speakers» eine Performance die auch in Privathaushalten stattfinden kann – etwa für Menschen, denen es aus 
unterschiedlichsten Gründen nicht möglich ist, vor Ort zu sein.

Schneckenschleim

Auch künstlerische Arbeiten, die sich auf abstraktere, weniger erlebbare Weise mit dem Körper auseinandersetzen, stehen auf dem Programm. So die Videoarbeit «From sensible pools and snail connections» der Künstler*innen Jeanne Jacob, Riikka Tauriainen und Paloma Ayala. In einer Videoinstallation denken sie über Schneckenkörper nach und über Verbindungspunkte, welche die Schnecke mit ihrer Umwelt teilt. Neben aufgezeichneten Gesprächen, die inspiriert sind von Wissenschaftsforscher*innen wie Donna Haraway oder Jane Bennett, ist dabei vor allem eines zu sehen: Schleim.

Raum im Hier und Jetzt

Auf die Frage, was denn an Performancekunst – so unterschiedlich sie auch sein mag – besonders fasziniert, meint Bergmann: «Uns war wichtig, wieder einen Raum der Intensität zu schaffen, nachdem in vielen Bereichen des Lebens und gerade auch in der Kultur diese Intensität stark eingeschränkt wurde. Und mich fasziniert, wie man eine solche Intensität gemeinsam im Raum herstellen kann durch das Hier und Jetzt.

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