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Urs Rietmann blickt zurück auf zwölf Jahre voller Erlebnisse, Entdeckungen und Erinnerungen im Creaviva.© Creaviva
Kindermuseum Creaviva im Zentrum Paul Klee, Bern

«Es geht darum, Selbstverwirklichung zu ermöglichen»

Urs Rietmann, Leiter des Kindermuseums Creaviva im Zentrum Paul Klee, zieht es nach zwölf Jahren weiter. Im Interview blickt er zurück auf viel Aufbauarbeit und Kreativität.

Sie kommen aus der performativen Kunst, haben 1984 den Theater­zirkus Wunderplunder gegründet, waren Co-Leiter des Schlachthaus Theater, Regisseur am Stadttheater Bern und Redenschreiber von Alexander Tschäppät. Warum zog es Sie an ein Kindermuseum?
Es bot sich mir die Gelegenheit, mit einem wunderbaren Team leidenschaftlicher Mitarbeitenden mitzuhelfen, junge Menschen zu begleiten, in der Beschäftigung mit Kunst einen neuen Blick auf die Welt und sich selbst zu bekommen: ihnen die Erfahrung von Selbstwirksamkeit zu ermöglichen. Das finde ich faszinierend.

Sie hatten also Stammkunden?
Ja, davon gibt es viele. Vom Kinder­geburtstag bis zum Erwachsenenkurs. Wir denken aber auch an diejenigen, die als Touristen nur einmal hereinschauen.

 

Kürzlich zitierte der Ex-Pro-Helvetia-Leiter Pius Knüsel in der «NZZ am Sonntag» eine Studie im Auftrag u.a. des Bundesamtes für Kultur. Von 1200 Befragten wollen 52 % künftig weniger kulturelle Veranstaltungen besuchen. Was sagt man dazu?
Wir stellen eine gegenteilige Tendenz fest. Nach der Wiedereröffnung im Mai spürten wir, welche Wichtigkeit das Creaviva gerade für ein Mehrgenerationenpublikum hat.

Worauf blicken Sie gerne zurück?
Die vergangenen zwölf Jahre waren eine ausgesprochen vielseitige Melange aus Stimmungen, Erlebnissen und Entdeckungen. Grossartig war die Gleichzeitigkeit und Parallelität vom einsamen Arbeiten im Büro und der lebendigen Kreativität im Atelier nur wenige Meter entfernt. Ich erinnere mich an zahlreiche Momente, die mit so etwas wie Glück zu tun hatten. Dazu gehört die Begegnung mit dem beeindruckenden Künstler Heinz Lauener, der im Rahmen unseres inklusiven Projekts «Hand in Hand» als Kursleiter in einem Ferienkurs mitwirkte.

Die Arbeit mit Kindern war immer ein Schwerpunkt in Ihrem Schaffen. Warum?
Kinder brauchen Resonanzräume wie das Creaviva oder den LängmuurSpili. Und semiromantische Traum­fabriken wie zum Beispiel den Wunderplunder. So können sie mit ihren Gschpänli jene Welt gestalten und erfinden, die wir von ihnen geliehen haben.

«Der Bund» zitierte Sie mit dem Satz, vor Creaviva hätten Sie sich «keinen Deut um bildende Kunst geschert». Hat sich Ihr Verhältnis dazu verändert?
Wenn man ernsthaft eine Beziehung mit jemandem oder mit etwas eingeht, kann es sein, dass man zu lieben beginnt.

Wohin geht es jetzt beruflich?
Das ist noch offen. Zuerst muss eine Türe zugemacht werden, bevor neue Türen aufgehen. Hinter diesen hoffe ich auf mutige Vorhaben mit inspirierten, heiteren, neugierigen Menschen.

Wie geht es im Creaviva weiter?
Pia Lädrach-Häusler, aktuell ist sie Geschäftsleiterin des Schulmuseum Bern in Köniz, wird per 1.März 2021 Rietmanns Stelle antreten.

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