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Carol Rosa, Leiterin des Visavis. © ZVG
Kunst- und Kulturhaus Visavis, Bern

«Magie des künstlerischen Augenblicks»

Carol Rosa leitet, gemeinsam mit Bea König, das Kunst- und Kulturhaus Visavis an der Gerechtigkeitsgasse. Ende August startet der Kulturkeller in die neue Spielzeit: Mit der Jugendliteraturbühne des 8. Berner Literaturfestes. Highlight ist die Buchvernissage des Romans «Der beste Notfall der Welt», dem ersten Kinderroman des bekannten Berner Autors Lorenz Pauli.

Carol Rosa, gab es trotz behördlich verordneter Schliessung zu tun oder waren Sie als Veranstalterin zur Langeweile gezwungen?
Wir waren von der ersten Sekunde an gefordert, schrieben Auftrittsbestätigungen für unsere Künstlerinnen und Künstler, um sie finanziell abzusichern, programmierten Veranstaltungen um, informierten uns über die verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten für Kulturbetriebe, schrieben diverse Gesuche und erstellten mehrere Corona-Budgets mit verschiedenen Szenarien.

Hat das Visavis trotz verschlossenen Türen den Besuchenden etwas geboten?
Wir diskutierten, ob und wie wir unseren Besuchenden alternative Kulturerlebnisse bieten könnten. Allerdings kam es für uns nie in Frage, Theateraufführungen oder Konzerte ohne Publikum zu streamen, da diese ja nicht für den digitalen Raum produziert worden sind. Wir entschieden uns dann, aus inhaltlichen als auch aus finanziellen Überlegungen, für die totale Schliessung und erkannten in der Krise unsere Stärken: Unsere Produktionen im inspirierenden Visavis-Kulturkeller leben von der Magie des künstlerischen Augenblicks und dem Austausch zwischen Künstlerinnen, Künstlern und dem Publikum.

Kam das behördliche OK zur Wiedereröffnung etwas überstürzt oder waren Sie darauf vorbereitet? Mit welchem Programm werden Sie wiedereröffnen?
Eigentlich nicht, da wir schon vor Corona eine programmatische Sommerpause eingeplant hatten. Wir starten Ende August in die neue Spielzeit, mit der Jugendliteraturbühne des 8. Berner Literaturfestes. Wir freuen uns sehr, dass dann Lorenz Pauli, bekannt durch Bilderbücher wie «Mutig,mutig» oder «Richtig giftig», die Buchvernissage seines ersten Kinderromans «Der beste Notfall der Welt» im Rahmen der Jugendliteraturbühne im Visavis abhalten wird.

Kommen Sie finanziell über die Runden oder wären Sie ohne staatliche Hilfe längst im Minus?
Anfang Jahr blickten wir optimistisch in die Zukunft, da die Stadt Bern das Visavis 2020 und 2021 erstmals finanziell unterstützt und damit nicht zuletzt unsere Aufbauarbeit der letzten fünf Jahre honoriert. Doch dann kam Corona und die Schliessung ab Mitte März. Im Moment kommen wir dank einer Spendenaktion und der Tatsache, dass wir fast ehrenamtlich arbeiten, knapp über die Runden. Wie hoch Ende Jahr ein allfälliges Defizit sein wird, hängt von der weiteren Entwicklung des Coronavirus, beziehungsweise den eventuell veränderten Gewohnheiten der Kulturbesuchenden ab.

Wie haben Sie während des Lockdowns die Abende zu Hause verbracht?
Ich habe neue Kochrezepte ausprobiert, Brot gebacken, Schränke ausgemistet und dabei auch viele Bücher wiedergefunden und wiedergelesen. Es waren intensive Abende, aber auch geschenkte Zeit – insbesondere mit meinem 17-jährigen Sohn, der Ende August für ein Austausch-Jahr nach England reist.

www.kultur-visavis.ch

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