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Eine Coming-of-Age Geschichte, die mit Unaufgeregtheit, Melancholie und trockenen Kommentaren auskommt. © Ascot Elite

Ein Sommer, wie man ihn sich nicht wünscht

Simon Birds «Days of the Bagnold Summer» ist ein humorvoller und berührender Ausschnitt aus dem Alltag eines 15-jährigen Metallfans und seiner geschiedenen Mutter. Aufgrund der geschlossenen Kinos ist der Film bei Quinnie on Demand zu sehen.

Sechs Wochen sind eine lange Zeit. Vor allem für einen Teenie, der einen gemeinsamen Sommer mit seiner Mutter in einem langweiligen Vorort in England vor sich hat. Noch länger scheint die Zeit in Anbetracht dessen, dass Daniel Bagnold (Earl Cave, Sohn von Nick Cave), besagter Teenie, diese Zeit bei seinem Vater in Florida hätte verbringen können. Da die Freundin seines Vaters bald ein Baby bekommt, hat dieser den Trip abgesagt.

Im öden Vorort bestreitet Daniel nun den Alltag mit seiner Mutter Sue Bagnold (Monica Dulan, grossartig gespielt), deren Alltag bis auf einen Flirt mit Daniels Geschichtsprofessor in der Bibliothek, wo sie arbeitet, ebenso wenig ereignisreich ist wie sein eigener. Beide sind nicht gerade grosse Redner, beide strotzen nicht gerade vor Selbstsicherheit und das wohl sozialste Ereignis des Sommers ist eine bevorstehende Hochzeit.

Unaufgeregt humorvoll

Simon Birds erster Langspielfilm basiert auf der gleichnamigen Graphic Novel von Joff Winterhart und ist ein Coming-of-Age-Film voller Humor, Feingefühl, etwas Melancholie und dem Potenzial, Aspekte aus dem eigenen Leben darin wiederzuerkennen. Der Film lebt von seiner Unaufgeregtheit, den trockenen Kommentaren und dem fast nicht merkbaren Sarkasmus.

Obwohl nur sehr wenig passiert – hie und da ein Ausflug, ein widerwilliger, streitsüchtiger Daniel, der mit fettigen und strähnigen langen Haaren in seinem Zimmer Metallica hört, und der Tod des Familienhundes – steckt doch viel Tiefe in den knapp 86 Minuten. Bird zeigt einen Alltag, wie so viele ihn kennen, und eine Beziehung zwischen Mutter und Sohn voller Zuneigung und Entwicklung. Im Laufe des Films lernt Daniel, seine Mutter als eine eigene Persöhnlichkeit zu betrachten und zu schätzen. Klar ist, beide lieben einander, aber ihre gegenteiligen Anschauungen erschweren es ihnen, eine Verbindung einzugehen.

Ebenso gut wie der Film ist der Soundtrack, der in Zusammenarbeit mit der britischen Indie-Pop-Band Belle and Sebastian entstand.

Quinnie on Demand
www.quinnie.ch
www.de-quinnie.cinefile.ch

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