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Ambivalente Geschichten und surreale Momente prägen Kalhors Film. © Cinélibre
Cinématte, Bern

Lustvoll verworren

Im Film «In the Name of Scheherazade or The First Beer Garden in Tehran» spielt die iranische Regisseurin Narges Kalhor mit den Erwartungen an ihre Herkunft wie auch an sie selbst als Filmemacherin.

Da stehe doch, das solle eine Komödie sein, empört sich die Stimme aus dem Off. Und dann spreche der Protagonist von den Massenvergewaltigungen, die ihm widerfahren seien. Dieser Dialog aus «In the Name of Scheherazade or The First Beer Garden in Tehran» gehört zu einer der Metageschichten in diesem Film. Er ereignet sich, als die Regisseurin Narges Kalhor dem Produzenten namens Steinbrecher ihr Werk präsentiert. Es sieht schlecht aus: kein roter Faden, zu viel Drama. Er bittet sie um einen neuen Schnitt. 

Ruhelose Filmemacherin

Narges Kalhor wurde 1984 im Iran geboren und lebt heute in Deutschland. Sie hat als Jugendliche am Filmcollege in Teheran und später in München studiert und 14 Filme realisiert. Für «In the Name of Scheherazade» hat sie Aufnahmen aus ihrer Studienzeit verwendet. Sie bilden einen filmischen Rahmen und machen die Komödie über vier nach Deutschland gezogene Iranerinnern und Iraner, die mit Dokumentarfilm und Fiktion spielt, zu einer biografischen Angelegenheit. Die erzählerischen Kniffe sind lustvoll verworren und experimentell. Da gibt es die animierte Geschichte aus 1001 Nacht und dokumentarische Erzählungen. Zum Beispiel die über eine iranische Bierbrauerin, die ausgerechnet in ihrer Heimat, wo das Trinken von Alkohol verboten ist, einen bayerischen Biergarten errichten will. Dass sich Produzent Steinbrecher über die Fülle an Material und Geschichten nervt, ist nachvollziehbar. Die Regisseurin aber setzt sich über diese Zweifel hinweg. Sie schneidet ihren Film so, wie sie es für richtig hält.

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