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Die Stähli-Brüder mit Drummer Elias Raschle. © ZVG
Kino Lichtspiel, Bern

Ohne Politur

Im Dokumentarfilm «Learning to lose» gehen Silvia Bergmann und Paul Mayhew dem Kult um die Berner Band Roy and the Devil’s Motorcycle nach. Zu sehen ist er im Lichtspiel.

Trendresistent seien sie, sagt einer der Interviewten über Roy and the Devil’s Motorcycle (ROYDMC, für Eingeweihte). Das ist selbstverständlich ein Kompliment. Die Brüder Christian, Matthias und Markus Stähli huldigen seit fast
30 Jahren konsequent dem dreckigen Rock’n‘Roll, und werden dies, sofern Lunge und Leber es zulassen, bestimmt auch weiterhin tun. Primitiv, aber nie einfältig, ist ihr Sound. Zwar sprechen die Bandmitglieder selbst im Film «Learning to lose» eher zurückhaltend über ihre Kunst, dafür wurden genug Fans, Freunde, und Fachleute befragt, die von der gitarrenlastigen Strahlkraft von ROYDMCs Auftritten erzählen.

Der Film nimmt sich selber zum Glück nicht zu ernst. Regisseurin Silvia Bergmann und der ehemalige ROYDMC-Drummer Paul Mayhew, nehmen das Publikum mit auf einen 45-minütigen Roadtrip, vorbei an den wichtigsten Stationen aus dem Leben der musikbesessenen Stähli-Brüder, getränkt von ihren Songs. Selbstverständlich gibt es eine Predigt von Reverend Beat-Man. Aber auch Pfifu Beeli vom Berner Label und Plattenladen Record Junkie kommt zu Wort, und erklärt, wie es dazu kam, dass den Alben der meisten Schweizer Bands jeglicher Charakter wegproduziert wurde. Die drei Oberdiessbacher (und ihre stetig wechselnden Drummer) entkamen der allzu grossen Politur. Auch punkto Akzent: Das Berndeutsche klingt in den auf Englisch geführten Interviews konsequent durch. Das allein ist eigentlich schon Grund genug, sich «Learning to lose» anzuschauen und anzuhören.

 

 

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