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Fährt im Schuss in Richtung Selbstbestimmung: Erika Schinegger im Spielfilm «Erik & Erika».© Constantin Film
Diverse Kinos, Bern

«So komisch bin ich nicht»

Das LGBTI-Filmfestival Queersicht widmet sich heuer mit Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilm der Homosexualität in Kunst und Sport. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Thema Intergeschlechtlichkeit.

Veranstaltungsdaten

SO 10.11.2019 11.00 - 19.11.2019
DI 10.11.2020 20.30
DI 10.11.2020 20.30

«Ich bin keine Tunte, die sich als Poet verkleidet / Ich brauche keine Verkleidung / Hier ist mein Gesicht […] Ich verteidige was ich bin / so komisch bin ich nicht». Diese Zeilen stammen vom chilenischen Aktionskünstler und Autor Pedro Lemebel. Er trug sie – in Drag und während der Diktatur Pinochets – 1986 an einer Versammlung linker Politiker vor. In einer Zeit also, als «ein Homosexueller, wenn er Aids hat, aus der Dritten Welt kommt, arm ist und indigen, umgebracht wird». Regisseurin Joanna Reposi Garibaldi ist im Dokumentarfilm «Lemebel» (2019) dieser Person und deren Subkultur nachgegangen. Noch vor einem Jahr weigerten sich chilenische Gymnasiasten, ein Buch von Lemebel zu lesen, weil seine Homosexualität «abstossend» sei.

 

Sponsoringverträge und Suizidraten

«Lemebel» ist einer der gut 40 Filme, die am LGBTI-Filmfesitval Queersicht gezeigt werden. «Mapplethorpe» (2018) erzählt vom amerikanischen Fotografen, dessen Bilder heute Kultstatus geniessen und alles andere als Subkultur sind. Der Eröffnungsfilm «And Then We Danced» (2019) von Levan Akin ist eine Coming-out-Erzählung über zwei georgische Tänzer, die sich im Volkstanz, der klare Geschlechterrollen vorsieht, näher kommen. Balletttänzer werden etwa fast so regelmässig als schwul beschimpft wie Fussballerinnen als lesbisch. Homosexualität und Sport vertragen sich schlecht. Der amerikanische Dokumentarfilm «Alone In The Game» (2018) macht dies deutlich: von Sponsoringverträgen bis zu Suizidraten.

Absurder Widerstand

«Erik & Erika» (2018) wiederum ist ein Spielfilm über den Österreicher Erik Schinegger, der als Erika Schinegger Ski-Weltmeisterin wurde. Aufgrund von uneindeutig ausgebildeten Geschlechtsmerkmalen fälschlicherweise als Frau aufgezogen, liess er sich, gegen heftigen und absurden Widerstand aus dem nationalen Skiverband, zum Mann operieren. Der Film ist Teil der Reihe «Das ‹I› in LGBTI verstehen», die das Thema Intergeschlechtlichkeit behandelt.

Ein starkes Stück ist auch der Dokumentarfilm «Ni d’Ève, ni d’Adam» (2018). Er handelt von Intermenschen, die vom Babyalter an geschlechtsangleichenden Operationen unterzogen wurden. Eine Praxis, die heute wegen ihrer gewaltvollen Normierung als schwere Menschenrechtsverletz­ung gilt.

Events zu diesem Artikel

Verschiedenes

Queersicht Brunch

Ob (Regenbogen-)Familienbrunch, Katerfrühstück oder ein Date – bei uns sind alle Genussmenschen willkommen.  Turnhalle Bern, Bern 10.11.2019, 11.00
Kino

Queersicht Filmfestival: The garden left behind

Die Geschichte dreht sich um das Leben von Tina Carrera, einer mexikanischen Transfrau, die versucht, sich als undokumentierte Einwanderin in New York City selbstständig zu machen.  Kellerkino, Bern 10.11.2020, 20.30

Dauerveranstaltungen

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