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Edna Epelbaum, Geschäftsführerin© ZVG

«Wir bereiten die Wiedereröffnung vor»

Edna Epelbaum ist Geschäftsführerin der Quinnie Cinemas Bern. Sie setzt auf Vielfalt – und bedauert, dass die Stadt das nicht-subventionierte Unternehmen vergisst.

Gibt es trotz behördlich verordneter Schliessung im Betrieb zu tun oder ist man als Veranstalterin zur Langeweile gezwungen?
Langeweile kenne ich nicht. Meine Leidenschaft für das Kino und für den Film im Kino geht ungebrochen weiter und treibt uns alle an, diese Krise mit möglichst nur einem blauen Auge zu überwinden. Und trotz Kurzarbeit und Arbeit mit weniger Personal, laufen zurzeit die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung.

Bieten die Quinnie Cinemas den Besuchenden trotz verschlossener Türen etwas?
Das Kino geht weiter, auch wenn das Kino zurzeit dunkel bleibt. Das heisst: Wir bieten auf unserer Homepage www.quinnie.ch eine Auswahl von Filmen an, die uns besonders am Herzen liegen. Ziel ist es, eine Vielfalt anzubieten: Neuere Filme, die lange bei uns liefen, wie zum Beispiel «Knives out» oder «Les Miserables», aber auch Schweizer und Berner Filme, haben bei uns einen Platz gefunden. Nebst dieser Streaming-Plattform bieten wir unsere normalen Dienstleistungen wie Gutscheinverkauf oder Eventplanung auch weiterhin an.

Wann soll der Betrieb wieder auf­genommen und mit welchem Programm soll wiedereröffnet werden?
Das bleibt eine gute Frage. Wir planen auf die vorangekündigte Wiedereröffnung in Phase drei der Exit Strategie des Bundesrates am 11. Juni (Donnerstag ist der Starttag in der Kinowelt). Definitiv wissen wir jedoch erst am 27.5., ob dieses Datum tatsächlich bewilligt wird. Das Programm der ersten Wochen nach der Wiedereröffnung wird eine Mischung aus neuen Filmen sein und Filmen, die dem Lockdown zum Opfer gefallen sind. Ich freue mich bereits auf den Dokumentarfilm «Woman» von Yann Arthus-Bertrand und Anastasia Mikova und auf Clint Eastwoods «Richard Jewell» und im Juli dann auf Christopher Nolans «Tenet». Ich bin aber auch überzeugt, dass Filme wie «Platzspitzbaby» oder «Die Känguru Chroniken» noch einmal eine Chance verdient haben.

Kommen die Quinnie Cinemas finanziell über die Runden? Wären sie ohne staatliche Hilfe im Minus?
Wir haben zurzeit noch keine staatliche Hilfe bekommen, die über die Kurzarbeit hinausgeht. Die Darlehen waren für den Moment sicherlich eine grosse Hilfe, aber sie müssen zurückbezahlt werden. Nebst den finanziellen Hilfeleistungen des Bundes wäre es sicherlich in diesen schwierigen Zeiten auch hilfreich gewesen, wenn die Stadt Bern sich seiner Unternehmen angenommen hätte und versucht hätte – wie das andere Städte auch gemacht haben – Lösungen im Bereich Mietzins, hohe Fixkosten, etc., zu erzielen. Bis heute hat sich die Stadt jedoch nicht darum bemüht, zu schauen, wie es dem in der Stadt verbleibenden, nicht subventionierten Kinounternehmen geht. Das ist genauso überraschend wie enttäuschend…

Wie verbringt Edna Epelbaum den Abend zu Hause?
Das Kino bleibt ein grosser Bestandteil meines Lebens und Denkens – auch am Abend. Und die Kinoabende mit der Familie sind mit Homeschooling, Spielabenden, Kochen, Backen, Sauerteigkultur ansetzen, etc. ersetzt worden.

www.quinnie.ch

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