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Tritt nach elf Jahren ab: Mario Venzago.© Alberto Venzago
Casino Bern

Auf der Höhe der Musik

Nach elf Jahren verabschiedet sich Dirigent Mario Venzago vom Berner Symphonie­orchester. Mit der Uraufführung seines Violinkonzerts «Nachklang», interpretiert von der Solistin Soyoung Yoon, versetzt er das Publikum ein letztes Mal in musikalischen Taumel.

Effizienz und Zielstrebigkeit sind Markenzeichen von Mario Venzago. Das gilt vor allem für seine Tätigkeit als 
Dirigent. Für sein Violinkonzert aber liess er sich ungewöhnlich viel Zeit und fügte über 40 Jahre lang nach jeder wichtigen Lebensetappe wieder Musik an, die sich darauf bezog. Nun kommt es zur Uraufführung. «Da sich mein Kompositionsstil über die Jahre natürlich verändert hat, hört man die Jahrringe und Brüche. Das finde ich schön – sie sind wie Falten im Gesicht», sagt 
Venzago.

Episches Solo

Das Werk bezieht verschiedene
autobiographische Erlebnisse mit ein: «Einmal geht es zum Beispiel ums Bergsteigen als Metapher für existenzielles und künstlerisches Ringen», sagt der Dirigent. «Dabei ist die Sologeige die Kletterin und das Orchester der musikalische Bergführer, der jeden Schritt sichert. Dennoch hört man immer wieder Geröll und Steine in die Tiefe fallen.»

Vollendet sind nun auch die elf erfolgreichen Jahre, in denen der in Zürich geborene Musiker als Chefdirigent und künstlerischer Leiter das Berner Symphonieorchester führte und formte. An seinen zwei letzten Symphoniekonzerten, «Nachklang», stellt die Uraufführung seines Violinkonzerts den krönenden Schlusspunkt dar. Den letzten Satz schrieb Venzago erst vor Kurzem. «Trotz mächtiger Aufgaben ist mir hier vieles leicht gemacht worden. Deshalb beginnt der Berner Satz mit einem Walzer», sagt der Dirigent.

Den höchst anspruchsvollen Solopart in diesem Musik-Epos wird die südkoreanische Geigerin Soyoung Yoon interpretieren. Venzago hat schon oft mit ihr zusammen in Bern und an anderen Orten gearbeitet: «Sie spielt perfekt – und sie ist ein Star ohne Allüren.»

Weg hinauf

Im übrigen Programm erinnert Venzago mit dem «Nachklang» aus der 
7. Symphonie von Fritz Brun und den Orchestervariationen op. 20 von Paul Klecki an seine Vorgänger: Beide waren komponierende Schweizer Dirigenten, die mehrere Jahre das Berner Symphonieorchester (ehemals Bernische Musikgesellschaft) leiteten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Aufführung der Symphonie Nr. 3 des französisch-schweizerischen Komponisten Arthur Honegger. Zu dieser «Symphonie liturgique» meint Venzago: «Die Musik ist modern, verständlich, ihre Bilder fassbar. Sie beschreibt einen Weg aus tiefstem Schwarz in himmlische Höhen.»

Sonderkonditionen
An beiden Konzerten sind je 550 Personen zugelassen. Das von den kantonalen Behörden abgesegnete Schutzkonzept folgt dem 3G-Modell, wonach nur geimpfte, getestete oder genesene Personen Zutritt erhalten.

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