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Der Bogen als Sense bei Kopatchinskaja © Julia Wesley

Der Tod bittet zum Tanz

Verrückt und sinnlich: Der neue Konzertfilm von Patricia Kopatchinskaja und der Camerata Bern, «Death and the Maiden», beleuchtet die verschiedenen Facetten des Todes.

«Gib deine Hand, du schön und zart Gebild! Bin Freund, und komme nicht, zu strafen», sagt der Tod zum Mädchen im Gedicht «Der Tod und das Mädchen» von Matthias Claudius. Auf der Grundlage dieser Verse schuf der Komponist der Romantik, Franz Schubert, im Jahr 1817 ein schaurig-schönes Kunstlied. Mit dem trägen, aber doch leicht federnden Rhythmus einer Pavane – eines Schreittanzes der Renaissance – verweist Schubert auf die seit dem
Mittelalter populäre Darstellung von Totentänzen. Da Schubert Motive aus diesem Lied im zweiten Satz seines späteren Streichquartetts Nr. 14 in d-Moll (1826) verwendete, trägt jenes ebenfalls den Titel «Der Tod und das Mädchen».

Sinnliches Fest

Im aktuellen Projekt der Geigerin Patricia Kopatchinskaja und der Camerata Bern, «Death and the Maiden», gibt es beide Werke in arrangierten 
Fassungen zu erleben. In Zusammenarbeit mit dem Zürcher Filmstudio A Blink Film produzierte das Kammerorchester in der Berner Reithalle kürzlich einen Konzertfilm, der eine neue 
musikalische Interpretation des Programms von Kopatchinskajas Grammy­gekrönter, gleichnamiger CD aus dem Jahr 2016 in einer poetischen Inszenierung präsentiert.
Den offensichtlichen thematischen Bezug zur aktuellen Situation erläutert Kopatchinskaja im Einführungs­Podcast: «Auf einmal herrscht ein sehr grosses Bewusstsein über die Tatsache, dass es für uns alle ein Ende gibt.» Doch wie geht der Mensch damit um? Ist der Tod ein Schreckgespenst oder ein Verführer, begegnet man ihm mit Angst, Faszination, Sehnsucht oder gar Humor? Das Filmprojekt würde alle Gesichter des Todes untersuchen, kündet die moldawisch-schweizerische Geigerin an. Mit verschiedenen atmosphärischen Mitteln und durch eine besondere improvisatorische Interaktion zwischen Musik und Film, Realität und (Alb-)Traum lässt
Kopatchinskaja zusammen mit dem Regisseur Quinn Evan Reimann die musikalische Darbietung zu einem «absurden, verrückten und sinnlichen Fest» werden.

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