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Überzeugt mit seiner Kunst und seiner Persönlichkeit: Samuel Niederhauser.© Joel Schweizer
Casino, Bern

Die richtige Balance finden

Der junge Bieler Cellist Samuel Niederhauser spürt in Rachmaninoffs Cellosonate g-Moll die schwelgerischen Phrasen auf. Ihn und weitere Newcomer gibts im Casino am ganztägigen «Meisterzyklus»-Extrakonzert zu hören.

«Welch ein Reichtum an wunderschönen, berührenden Melodien!», sagt der junge Bieler Cellist Samuel Niederhauser. Er erinnert sich an die Fas­zination, die er empfand, als er die Cellosonate g-Moll von Sergei Rachmaninoff zum ersten Mal hörte. Inzwischen hat er sie selbst eingeübt, und dabei merkte er, dass es gar nicht so einfach sei, die «schwelgerischen Phrasen in sich stimmig» zu spielen. «Um den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten, muss man kontinuierlich die richtige Balance zwischen melodischem Fortschreiten und harmonischer Klanggestaltung erspüren.»

Überzeugende Persönlichkeit

Dies wird Niederhauser nun im Casino Bern tun, wenn er diese Sonate für Cello und Klavier aus dem Jahr 1901 zusammen mit dem Schweizer Pianisten Oliver Schnyder am Extrakonzerttag im Rahmen der «Meisterzyklus»-Reihe interpretiert. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Aargauer Konzertreihe «Piano District», der Schnyder als künstlerischer Leiter vorsteht. Er hat denn auch Samuel Niederhauser engagiert, weil dieser ihn, so Schnyder, «mit seiner Kunst und seiner Persönlichkeit restlos überzeugt» hätte. Und dass der junge Cellist 2020 beim Gewinn des Migros-Kulturprozent-Studienpreises von sämtlichen Juroren das Punktemaximum erhielt, sei eine bemerkenswerte Ausnahme.

Bravouröse Fingerfertigkeit

An den insgesamt vier Rezitalen, die unter dem Motto «Bühne frei für junge Talente» am selben Tag stattfinden, gibt es neben Niederhauser noch vier weitere Newcomer zu erleben, nament­lich den Schweizer Pianisten Simon Popp und die polnische Geigerin Amelia Maszonska, die ihre Auftritte ebenfalls zumeist im Duo mit Oliver Schnyder bestreiten. Zum Erklingen bringen sie einerseits die vierhändige «Fantasie» f-Moll von Franz Schubert, andererseits die «Violinsonate» c-Moll von Edvard Grieg. Am späteren Nachmittag beweisen dann Avery Gagliano und Julia Hamos – zwei Pianistinnen aus dem Mentoringprogramm «Building Bridges» von Sir András Schiff – mit Kompositionen etwa von Bach, Chopin, Schumann oder Ligeti in Solo-Rezitals ihre bravouröse Fingerfertigkeit.

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