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Geigerin Patricia Kopatchinskaja und Cellistin Sol Gabetta nach einem Konzert am Gstaad Menuhin Festival 2018.© Raphaël Faux

Digitale Abhilfe für Klassiksehnsüchtige

Auf der Onlineplattform Gstaad Digital Festival kann man sich Videos von Konzert­highlights des Gstaad Menuhin Festivals, Interviews und Masterclasses zu Gemüte führen.

Was die Metropolitan Opera, die Wiener Staatsoper und die Berliner Philharmoniker können, das kann das Gstaad Menuhin Festival auch: Mit der Lancierung der HD-Video-Streamingplattform Gstaad Digital Festival vor rund drei Jahren hat das prestige­trächtige Gstaad Menuhin Festival im Saanenland ein gutes Gespür für den aktuellen Zeitgeist bewiesen. In der derzeitigen Krisensituation kann sich diese Einrichtung für Klassikkonzertsehnsüchtige nun als besonders wertvoll erweisen.

 

Musikalische Akkuratesse

Nach einer kostenlosen Registra­tion erhält man Zugang zu sämtlichen Videos in voller Länge. Herzstück des Angebots sind die Konzertaufzeichnungen. So kann man zum Beispiel vom Sofa aus nacherleben, wie sich die argentinische Cellistin Sol Gabetta und die moldawisch-schweizerische Geigerin Patricia Kopatchinskaja am 26. Juli 2014 an ihrem Konzert «Pas de deux» in der Kirche Saanen durch die Zeitepochen streichen: Das Programm beinhaltet sowohl Inventionen des Barockmeisters Johann Sebastian Bach als auch moderne Kompositionen wie etwa die Sonate in C-Dur für Violine und Violoncello von Maurice Ravel oder das zeitgenössische «Duo» des lettischen Komponisten Peteris Vasks.

Wer es etwas pompöser und klanggewaltiger mag, der klickt auf das Video «Jaap van Zweden dirigiert Tschaikowskis Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64». Charakteristisch für das Werk aus dem Jahr 1888 ist das sogenannte Schicksalsmotiv, das die Klarinetten gleich zu Beginn anstimmen. Mit Akkuratesse und einer intensiven emotionalen Präsenz führt der niederländische Dirigent das Gstaad Festival Orchestra vom schwermütigen Beginn zum gloriosen Finale.

Zuversicht in der Ungewissheit

Neben den Konzerten finden sich noch zwei weitere Rubriken: «Backstage» und «Masterclasses». Zu entdecken gibt es da unter anderem ein Video­interview mit dem israelischen Mandolinisten Avi Avital auf dem Sessellift, eine Sequenz mit dem österreichischen Klarinettisten Andreas Otten­samer beim Golfspielen oder mehrere Unterrichtseinheiten mit dem Schweizer Blockflötisten Maurice Steger. Ein zentrales Ziel des Gstaad Digital Festivals sei es, dass «das Publikum dem Festival, den Künstlern und auch der Musik näher kommt», sagte Christina Ruloff, verantwortlich für die Plattform, 2017 zu SRF.

Ob man sich diesen Sommer an der diesjährigen Festival-Ausgabe unter dem Motto «Wien» auch physisch näher kommen darf, ist allerdings aufgrund der aktuellen Lage noch ungewiss. «Wir stellen die Gesundheit unserer Konzertbesuchenden, der Künstlerinnen und Künstler sowie aller Mitarbeitenden an oberste Stelle», schreibt der Intendant Christoph Müller in einer Medienmitteilung, «doch wir bleiben zuversichtlich, dass die Voraussetzungen bis zum 17. Juli gegeben sind, um Konzerte veranstalten zu können».

www.gstaaddigitalfestival.ch

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