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Die Oboisten Katharina Suske leitet die Freitagsakademie.© Giro Annen
Erlacherhof, Bern und Schloss Jegenstorf

Mozart en plein air

Wenn man Abends unter freiem Himmel des Erlacherhofs sitzt und dazu Mozart erklingt, dann wird das wohl eine seiner Nachtmusiken sein: En plein air zu erleben ist im Innenhof des spät­barocken Palais seine grosse «Nachtmusique», die Gran Partita in B-Dur für zwölf Bläser und Kontrabass, die Mozart einst zum Vergnügen des Wiener Adels schrieb.

Interpretiert wird die blasmusikalische Serenade von der Freitagsakademie unter der künstlerischen Leitung der Oboistin Katharina Suske (Bild). Das Ensemble für alte Musik macht mit «Mozart im Hof» einen Abstecher in die Wiener Klassik. Blasmusik gehörte zu Mozarts Zeit zu jedem Hausfest, auch Kaiser Leopold der II. soll dem Tafeln mit musikalischer Begleitung zugeneigt gewesen sein. Mozart schrieb die Serenade im Jahr 1781, zu einer Zeit, als er sich von seinem Engagement beim Erzbischof von Salzburg gelöst hatte und als Freischaffender in München aufhielt, wo er eben seine Arbeit an der Oper «Idomeneo» beendet hatte, in welcher Blasinstrumente prominent waren. Mit ungekannter Brillanz schrieb er die siebensätzige Nachtmusik, dessen Adagio seinen Gegenspieler Antonio Salieri neidvoll-anerkennend die eigene Unterlegenheit erkennen liess – zumindest, wenn man dem britischen Dramatiker Peter Sheffer glaubt, der das Drehbuch zu Miloš Formans Film «Amadeus» schrieb: «Die Partitur sah nach nichts aus. Der Anfang, so simpel, fast lächerlich. Nur ein Pulsieren, Fagotte, Bassetthörner – wie eine rostige Quetschkommode. Doch da, plötzlich, hoch darüber, eine einsame Oboe, ein einzelner Ton, unerschütterlich über allem, bis eine Klarinette ihn aufnimmt, in einer Phrase von solch himmlischer Süsse! Das war keine Komposition eines Zirkusaffen! So eine Musik hatte ich noch nie vernommen. Voll tiefster Sehnsucht; einer so unstillbaren Sehnsucht, dass ich erbebte und es mir schien, als hörte ich die Stimme Gottes.»

Was Salieri demütig machte und den damaligen Adel verzücken konnte, dürfte auch heute noch begeistern.

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