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Höchste Höhen: Max Emanuel Cencic.© Anna Hoffmann
Zentrum Paul Klee, Bern

Neapel hören und sterben

Der Countertenor Max Emanuel Cencic erreicht mit seiner Stimme schwindelerregende Höhen. Am Meisterkonzert im Zentrum Paul Klee kann man ihn live erleben.

Es ist schwer, Max Emanuel Cencic zu beschreiben, ohne gleich mit Superlativen um sich zu werfen. Der 39-jährige in Zagreb geborene Opernsänger durchbricht mit seinem Können beinahe die Schallmauer. Zudem demonstriert Cencic als Countertenor, dass ein Mann traditionell weibliche Rollen singen kann: Countertenöre schaffen es, ihre Kopfstimme bis in die Alt- oder sogar Sopranlage hinauf zu entwickeln.

Mit nur gerade sechs Jahren sang der Sohn einer Opernsängerin und eines Dirigenten die Arie der Königin der Nacht aus Mozarts «Zauberflöte». Bald darauf wurde Cencic zu einem der wichtigsten Solisten der Wiener Sängerknaben. Dank des frühen und ausdauernden Trainings erlebte er keinen Stimmbruch im klassischen Sinne, sondern konnte weiterhin in der Sop­ranlage singen.

Cencic, der bereits mit 17 Jahren über 700 Auftritte absolviert hatte, könnte es ja jetzt etwas ruhiger nehmen. Aber nichts da: Für sein neustes Album «Arie Napoletane» nahm er sich das flirrende Neapel des 17. Jahrhunderts vor, damals eine Metropole auf Augenhöhe mit Paris und London. Arien von Alessandro Scarlatti, Leonardo Leo und Nicola Porpora spielte Cencic dafür mit dem Barockensemble Il Pomo D'Oro ein. Geleitet wird dieses vom russischen Pianisten und Dirigenten Maxim Emelyanychev. Dieser blickt mit seinen 27 Jahren schon auf eine beeindruckende Konzertkarriere zurück. Weniger als absoluten Enthusiasmus gibt es in der Umlaufbahn von Max Emanuel Cencic eben nicht.

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