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Florence Meister möchte die Harfe vom märchenhaften Klischee befreien.© Anna-Tia Buss
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Sie kann auch anders

Das Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester feiert sein 50-Jahr-Jubiläum. Die Harfenistin Florence Meister begibt sich mit ihrem filigranen Instrument in Schostakowitschs kalte Klangwelt.

Untypisch heiter für Tschaikowski sind seine «Rokoko-Variationen». Das Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester widmet sich auf seiner Herbsttournee zu seinem 50-Jahr-Jubiläum diesem anmutigen Zusammenspiel von Orchester und Violoncello. Dafür rückt es unter der Leitung von Kai Bumann mit dem 23-jährigen Cellisten Gabriel Esteban einen Ehemaligen aus dem Orchester ins Zentrum.

Das Orchester fühlt sich von slawischen Komponisten angezogen. So fiel die Wahl für den zweiten Konzertteil auf Schostakowitschs 7. Sinfonie, die dieser dem antifaschistischen Kampf widmete. Die Herausforderung sei es hier, «zu spielen, als ob wir denselben Hintergrund hätten», sagt Florence Meister. Die 19-jährige Bernerin spielt im Orchester die Harfe. Ein Instrument, das in der Orchesterliteratur oft untergeht, etwa in den Tutti-Finalen. Nicht so bei Schostakowitsch: «Er setzt die Harfe selten, dafür in transparenten Momenten ein. Dann bringt sie eine bestimmte Klangfarbe ins Stück», sagt Meister.

Hässliche Effekte

Florence Meister, die an der «Hochschule Luzern – Musik» Harfe studiert, mag privat am liebsten Flamenco und Tango. Diese leidenschaftlichen Genres haben wenig mit Schostakowitsch zu tun. «Bei ihm stehen die Kälte und Härte des Lebens im Vordergrund.» Eigenschaften, für die ihr filigranes Saiteninstrument nicht unbedingt bekannt ist. Meister aber widerspricht: Von typisch romantisch bis mächtig, kräftig und sogar hässlich könne die Harfe alles. «Ja, auf der Harfe kann man viele hässliche Effekte erzeugen!» Nur hätten die meisten halt das märchenhafte Klischee vor Augen.

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