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Der Italiener Domenico Caliri bringt klassischen Instrumenten bei, Jazz zu sprechen. © Caterina Di Perri
Französische Kirche, Bern

«Wie Konfitüre und Bohnen»

Am Konzert «Jazziah – Händels Messiah reloaded» der Camerata Bern, des Vokalensembles Ardent und einer Jazzband treffen Welten aufeinander. Der federführende Komponist und Jazzgitarrist Domenico Caliri im Interview.

Domenico Caliri, würden Sie sich als Jazzmusiker bezeichnen?
Nicht in einem engeren Sinn. Ich liebe zwar den sogenannten Mainstreamjazz, spiele ihn oft und unterrichte ihn, aber meine Projekte haben oft eine ziemlich andere Sprache.

Jazz und Händels «Messiah»: War das eine ungewöhnliche Kompositionsarbeit für Sie?
Ja, absolut. Es ist, als würde jemand verlangen, aus Konfitüre und Bohnen ein leckeres Essen zu kochen. Gleichzeitig war es für mich eine unglaubliche Entdeckung: Die barocken Melodien lassen sich sehr gut bearbeiten und sind ziemlich weit weg von der Rhetorik des Klassizismus.

Wie sind Sie dann vorgegangen?
Nach langem Nachdenken darüber, wie ich beginnen sollte, und mehrmaligem Anhören erstellte ich eine «Wunschliste» der Titel, die mich am meisten beeindruckten. Dann begann ich, bei jedem die Harmonie und die klassischen Elemente abzustreifen. Die Melodien, fast alle Chorstellen und einige von Händels originalen Fragmenten habe ich beibehalten.

Was waren Ihre Hauptziele für Sound und Story?
Ich wollte einen neuen Sound kreieren aus so verschiedenen Instrumenten wie elektrischer Gitarre, Cembalo, Tabla oder Holzbläser. Es geht darum, die Trennlinien zu überwinden, den klassischen Instrumenten eine andere Sprache beizubringen. Am Text, der in einem etwas moderneren Englisch als im Original aufgeführt wird, habe ich nichts geändert.

Was braucht es, damit so eine Jazz-Klassik-Kooperation zwischen zwei Welten gutgeht?
Ein sehr starkes musikalisches Gehör und, am wichtigsten, die richtige Portion Offenheit!

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