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Kluge Analysen von Sophie Hunger. © Marikel Lahana
Fri-Son, Freiburg

Aus der Elektropolis

Mehr elektronische Klänge, weniger Sprachspiele, aber immer noch viel Sophie Hunger: Im Fri-Son präsentiert die Musikerin und Sängerin ihr neues Album «Molecules». Etwas ist anders, aber es klingt immer noch nach Sophie Hunger. Das Etwas macht sich raschelnd, knarzend, kratzend, brummend und surrend bemerkbar im musikalischen Teppich, den Hunger an einem anderen Webstuhl hergestellt hat. Mit analogem Synthesizer, Drum-Computer und Musiksoftwares anstelle von Piano und Gitarre kreiert sie das, was sie «Minimal Electro Folk» nennt. Das klingt manchmal nach «nähmaschinenartigem Beat, wie man ihn von Krautrock-Bands kennt» (SRF) oder wie regelmässige Handyvibrationen in der Hosentasche – aber auch wie kluge, gereifte Sounds, die ihren neuen Mitteln gerecht werden.

«Berlin, du deutsches Zauberwort»

Auf ihrem sechsten Album «Molecules», das letzten Herbst erschien, sammelt und rekonstruiert Hunger die Sound-Moleküle der «Elektro­polis», in der sie seit einigen Jahren lebt: Berlin. «Berlin, du deutsches Zauberwort» bleibt neben dem französischen Refrain von «Coucou» die einzige mehrsprachige Stelle auf dem Album. Doch auch auf Englisch kann sie es nicht lassen: In «I Opened A Bar» singt sie mit britischem Akzent eine furiose und zynische Utopie über eine Bar – oder Gesellschaft –, in der alle Platz haben. Ihre ehrlich-aufrichtige Stimme, die mit feiner Heiserkeit belegt ist, bleibt und mit ihr die klugen Analysen unserer Zeit.

Passend zu Hungers neuen Klang­interessen bereitet die Zürcher Band Kush K mit viel Gerätschaft, einem Schlagzeug, Bass und Catja Lanfranchis Stimme als Vorband den Boden.

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