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Schlagzeuger Juilan Sartorius spielt mit Beats in Endlosschlaufe. © Nicole Pfister
Dampfzentrale, Bern

«Beats, die ewig laufen»

Julian Sartorius tauft in der Dampfzentrale sein neues Album «Locked Grooves». Darauf spielt und experimentiert der Schlagzeuger mit Loops und Schlaufen.

Auf einer Vinyl-Schallplatte läuft die Tonspur üblicherweise wie eine Spirale nach innen. Mit geschlossenen Rillen, deren Umdrehung genau 1,8 Sekunden dauert, kann das Medium auch für Loops genutzt werden: Für sein neues Album «Locked Grooves» (englischer Fachbegriff für «Endlosrillen») komponierte Julian Sartorius Schlagzeug-Loops mit der Dauer einer Umdrehung (33,33 Beats pro Minute). «Auf der Platte sind 112 Loops. Um vom einen zum nächsten zu kommen, muss man die Nadel manuell verschieben», erklärt er. Ansonsten laufe der Loop unendlich weiter. Durch 
diese Vielfalt an geschlossenen Rillen weiss man also nie genau, ob man als Hörerin eine der Spuren übersprungen hat oder nicht, was von Sartorius durchaus beabsichtigt ist.

Unendliche Sekunden

Der Zufall spielt auf seinem neuesten Album eine grosse Rolle, dies verleiht dem eher technischen Projekt einen verspielt-experimentellen Touch. Er sei sofort von diesem Format fasziniert gewesen, meint er. «Beats, die ewig laufen, diese Idee reizte mich sofort, auch die kurze Dauer fand ich eine besondere Herausforderung. Als ich intensiver damit arbeitete, merkte ich, wie unendlich viel in diesen nicht einmal zwei Sekunden möglich ist.» Sartorius fragte sich dabei, was genau dafür sorgt, dass man so einen Beat endlos hören könnte: «Lässt man einen Loop länger laufen, entdeckt man mit der Zeit Neues darin. Obwohl die Töne dieselben bleiben, scheinen sie sich zu verändern.»

Hypnotische Bilder

Für die Albumtaufe in der Dampfzentrale liess sich der Berner Perkus­sionist eine Platte schneiden mit verschiedenen Sounds, die exakt in jenem Takt den Puls vorgeben. Sartorius spielt die einzelnen Loops der Platte live. Begleitet wird der Act von den hypnotischen, sich im Kreis drehenden Visuals des Filmemachers Yannick Mosimann.

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