mitgliederwerden grey iconMitglied werden
Archiv
Harfenistin Julie Campiche kreiert mit ihrem Instrument imposante Soundwolken. © Anoush Abrar
BeJazz Club in den Vidmarhallen, Liebefeld

Jazz als Hochseilakt

Am BeJazz-Winterfestival können auch dieses Jahr wieder aktuelle Formationen aus der Schweizer Jazzszene aufgespürt werden. Etwa das Julie Campiche Quartet, das sein Konzert um Akrobatik erweitert. Nach über 40 Konzerten in Europa veröffentlicht das Julie Campiche Quartet im Februar sein Debütalbum «Onkalo». Wenn der Sound dieser Formation etwas nicht ist, dann ist es vorhersehbar: Im Eröffnungsstück «Flash Info» etwa, werden die romantisch-verträumten Harfenklänge der Bandleaderin ganz abrupt vom rasend schnellen, im Rhythmus differenzierten Basspiel Manu Hagmanns unterbrochen, angetrieben von Clemens Kuratles unnachgiebigen und punktgenauen Schlagzeug. Dazu kommt das nuancierte Saxofonspiel von Leo Fumagalli, das sich energetisch mit der Harfe verbindet. Was erst klingt, wie ein störrisches bis zuweilen ungemütliches Wechselbad, türmt sich bald auf zu einer imposanten Soundwolke, die mal lieblich schwebend und weiss, dann wieder donnernd und tiefschwarz durch die Lüfte fegt. Alle Bandmitglieder erweitern ihre Instrumente um elektronische Effekte, die vielschichtigen Stücke wirken sogartig, angetrieben von der Neugier und dem Gehör, das höchstwahrscheinlich selten mit solchen Klängen in Berührung kommt.

Körper und Musik

Am BeJazz-Winterfestival erweitert das Quartett sein Konzert um eine Performance der Trapez-Artistin Vanessa Pahud, was sie «High Wire Jazz» nennen. Kennengelernt haben sich die beiden laut Campiche als sie Pahud anfragte, im Musikvideo zu «Flash Info» aufzutreten. «Ich war von dem Ergebnis so überzeugt, dass ich mir sagte, dass ich das Abenteuer fortsetzen möchte», so die Genferin. «Wir sprechen die gleiche künstlerische Sprache. Vanessa mit Trapez und Körper, ich mit der Musik.»

Neben Campiche spielen am Festival unter anderem BERG, Fussyduck, Shijin und das Kaleidoscope String Quartet, das auf eine zehnjährige Geschichte zurückblickt und mit stilistischen Facettenreichtum und Einflüssen aus Folk, Swing, Pop und Rock besticht.

Events zu diesem Artikel

Keine Veranstaltungen

Anmeldung Newsletter

Wetter in Bern

laden