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Ambitioniert: Die vier haben EP, Videos und Begleitbooklet selbst produziert. © Larissa Shanti Lakshmi Odermatt
Cafe Bar Mokka, Thun

Nur die Texte schreibt sie allein

«Times of Doubt» heisst die aufregende EP der Berner Band α-ray. Ihren Hybrid aus Pop, Jazz, Ambient und Elektronik gibt es im Mokka live zu hören.

Die Trompete als begleitendes Element zum Gesang, mit Synthesizern zur traumwandlerischen Einheit verschmolzen, die unvermittelt von düsteren Gitarrenriffs und technoiden Elementen durchbrochen wird. α-ray nennt sich die aufstrebende Berner Band der Stunde, bestehend aus Annina Mossoni, Jaronas Höhener, Jan Dintheer und Flo Hufschmid. Kennengelernt haben sich die vier während des Jazz-Studiums an der Hochschule der Künste Bern. «Die Namensgebung ist immer ein Teufelswerk», so die Sängerin und Gitarristin Mossoni. Das Alpha-Zeichen und seine Symbolik des Anfangs habe sie schon immer fasziniert. Der Zusatz «Ray» widerspiegele das Flimmern und das Strahlen ihrer Musik.

Die Songs ihres Erstlings «Times of Doubt» formten sich während des Studiums, dann kam die Pandemie und die Unsicherheit. «Bin ich gut genug? Bringt dieses Studium in der aktuellen Situation etwas?», erklärt Mossoni.

«There’s no space for chivalry  /  In these times, full of opportunities  /  And we all aim for greatness  /  While we are grieving silently» lautet eine Zeile des Titelstücks. «Es offenbart ein grundsätzliches Zweifeln in vielen Belangen und Bereichen unseres Lebens», sagt sie.

Hybrid-Pop

Ihren Sound beschreiben sie als Hybrid-Pop, er beinhaltet Elemente aus Jazz, Pop, Ambient und Techno, teilweise sind die Stücke beinahe sinfonisch. Kontraste und Brüche sind omnipräsent, die Klangfarben ändern sich rasant von beinahe kitschig zu düster und bedrohlich, was die Musik unglaublich spannend und vielseitig macht. «Schubladisieren ist nichts für uns, weshalb Hybrid-Pop gut passt», wie Trompetist Höhener sagt.

Auch ihre Stücke entstehen so: Mossoni schreibt die Texte und bringt musikalisches Material, Höhener kommt mit einer elektronischen Vorproduktion, Hufschmid – Mossoni nennt ihn den «Groover» – schreibt einen Drum-Part, Dintheer entwickelt eine Akkordabfolge. «Es entsteht alles im Kollektiv, ob Musikalisches oder Administratives, in einer Art Kreiswirtschaft», so Mossoni. «Ausser die Texte, dort können wir Annina nicht helfen», fügt Höhener lachend an.

Texte auf Englisch zu schreiben und zu singen sei viel Arbeit, so die Sängerin. Was sich lohnt: Einen Akzent hört man kaum raus.

Ein Hauch Grössenwahn

Getauft hat das Quartett die Platte, die digital und als Buch mit Illustrationen und Songtexten erschien, in der Heiteren Fahne, wo die Band während einer Woche geprobt, gearbeitet und dekoriert hat. Ein fast grössenwahnsinniges Projekt, so haben die vier kreativen Köpfe alles eigenhändig, ohne die Unterstützung eines Labels, gemacht. Auch die beiden veröffentlichten Videoclips sind aufwändig inszeniert und erinnern an Kurzfilme. Inzwischen sei viel neues Material hinzugekommen und ein weiterer Release für nächstes Jahr geplant.

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