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«Der Spass kam in der Klassik zu kurz.»© Michael Isler Photography
Turnhalle im Progr, Bern

«Runter vom hohen Ross»

Mit ihrem neuen Projekt The High Horse zeigen der Pianist Simon Bucher und die Mezzosopranistin Stephanie Szanto was man aus Popmusik alles machen kann. Bucher im Interview über schlechte Lieblingslieder und kreative Freiheit.

Mit Ihrem Projekt, The High Horse, das Sie nun in der Reihe «Das Lied» vorstellen, arrangieren Sie legendäre – und teilweise legendär simple – Popsongs nach allen Regeln der Klassik. Wie haben Sie die Stücke für Ihr erstes Album «Best of Worst Vol. 1» ausgewählt?
Nach dem Credo: Ein Song, der aus mehr als zwei Akkorden besteht und mehr Tiefgang vorweist als Goethe, Schiller und Rilke zusammen, kommt gar nicht erst in die engere Auswahl. Wenn wir an den Arrangements arbeiten, schwingen wir uns dann durchaus wieder aufs hohe Ross.

Sie sind ausgebildeter Konzertpianist – wurde es Ihnen in der Klassik etwas zu ernsthaft?
Der Spass kam schon etwas zu kurz in meiner Ausbildung; die Klassik ist ein Leistungsbetrieb. Die Standards, beispielsweise eine Beethoven-Sonate zu interpretieren, sind derart hoch, dass für uns klassische Musiker wenig Freiraum für Kreativität und Spass bleibt. In ihrem Wesen aber ist die klassische Musik sehr befreit und auch gelegentlich humorvoll.

Ihre Interpretationen von Hits wie «I’ve Been Looking For Freedom» von David Hasselhoff oder «I’m Too Sexy» von Right Said Fred wurde von der Kritik als Satire bezeichnet. Ist
es das?
Ich kann gut mit dem Label Satire leben, aber in erster Linie haben wir einfach Spass daran, Dinge zu kombinieren, die scheinbar nicht zusammenpassen. Das Ganze ist sehr liebevoll und Selbstironie ist uns wichtig.

Welches schlechte heimliche Lieblingslied hat es nicht auf die Platte geschafft?
«Cheri Cheri Lady» von Modern Talking. Ein wahres Meisterwerk!

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