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Stanley Jordan spielt einhändig Gitarre – das lässt ihm die andere Hand frei zum Klavier spielen. © ZVG
Diverse Orte, Bern

Schwindelerregende Virtuosität

Das 45. Internationale Jazzfestival Bern präsentiert die ganz grossen Namen. Unter anderen Gitarrist Stanley Jordan, Trompeter Jon Faddis und Sängerin Youn Sun Nah.

Seit Jahren packt das Internationale Jazzfestival das Grosse erfolgreich ins Kleine. Künstlerinnen und Künstler, die sonst eher auf riesigen Konzertbühnen spielen, kommen für ein paar Abende in den samtig-schummrigen Marians Jazzroom, wo man auch auf den hintersten Plätzen noch jede Vibration von der Bühne in den Zehenspitzen spürt. Insgesamt finden während der zehn Festivalwochen 200 Konzerte in Berns traditionsreichem Jazzkeller statt. Den Auftakt macht die mehrmals Grammy-nominierte Sängerin Shemekia Copeland samt Band: Es gibt wohl kaum eine zeitgenössische Bluessängerin, die den Herz- und Weltschmerz exquisiter und kraftvoller zum Ausdruck bringt und dabei zugleich immer öfter auch politisch Stellung nimmt, mit einem grossen Schuss Americana.

 

Einzigartige Technik

Gitarre spielen mit nur einer Hand? Stanley Jordan, vor 60 Jahren in Chicago geboren, erreicht mit seinem Instrument das scheinbar Unmögliche. Dank einer Technik namens «two-handed tapping» kann Jordan einhändig sowohl die Akkorde als auch die Melodie auf dem Griffbrett seiner Gitarre spielen, was ihm jeweils eine weitere Hand frei lässt, um sich zum Beispiel selbst auf dem Klavier zu begleiten oder eine zweite Gitarre gleichzeitig zu spielen. Aber ein Auftritt von Stanley Jordan ist nicht nur aufgrund seiner schwindel­erregenden Virtuosität zu empfehlen, sondern weil kaum ein anderer lebender Jazzgitarrist soviel Leichtigkeit verströmt.

Im April gehört der Marians Jazzroom dann den Bebop-Fans, wenn der Trompeter Jon Faddis mit seinem All Star Quintet nach Bern kommt. Fast um zu beweisen, dass es keinen Stil gibt, den er nicht beherrscht, steuerte Faddis in seiner jahrzehntelangen Karriere seinen Sound auf Alben von Duke Ellington, den Rolling Stones, Aretha Franklin, und Kool and the Gang bei. Hat der Trompeter allerdings selbst das Sagen, darf man makellos überbordende Soli in Hochton-Registern erwarten.

Den Abschluss im April macht die Sängerin und Songwriterin Youn Sun Nah, die sich mit Oscar Petersons ehemaligem Gitarristen Ulf Wakenius zusammengetan hat und zum ersten Mal das Jazzfestival in Bern besucht. Sie begann mit dem Musikstudium in Paris, als sie bereits 26 Jahre alt war. In ihrer eigenen Kindheit und Jugend hatte sie nie Jazz gehört. Ein Glück, wie sich im Nachhinein herausstellte. Heute klingt die koreanische Jazzsängerin nicht wie irgendjemand anderes, sondern einfach ganz und gar wie sie selbst.

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