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Max Reichen: «Wir nehmen Durchhaltewillen bei den Veranstaltern wahr.»© Line Magnanelli

«Wir sind eine kreative Branche»

Max Reichen ist Co-Präsident der Bar und Club Kommis­sion Bern BuCK. Im Interview spricht er darüber, was die Corona-Pandemie für Berner Veranstaltende bedeutet und über die Suche nach Lösungen.

Max Reichen, über 50 Berner Kulturveranstalter sind Mitglied bei der BuCK. Als Dachverband der Berner Bars und Clubs setzt ihr euch auch in dieser Zeit der Corona-Pandemie für die Interessen eurer Mitglieder ein.
Ja, wir sind seit drei Wochen im Krisenmodus. Momentan beantworten wir viele Fragen bezüglich Kurz­arbeit oder wie es mit Ticket­rückerstattungen aussieht. Normalerweise setzen wir uns mit Lärm auseinander und wie wir die Rahmenbedingungen für unsere Branche verbessern können. Die aktuelle Situation ist auch für uns Neuland.

Wie ist die Stimmung bei den Veranstaltern?
Es ist ein Prozess im Gange. Wir nehmen eine Mischung aus Trauer und Durchhaltewillen wahr. Wir sind eine innovative und kreative Branche. Für die meisten Betriebe gehört Improvisation zum Alltag. Wir spüren einen pragmatischen Umgang mit der Lage und sind uns sicher, dass wir Lösungen finden. Seit dem Beginn der Krise übernehmen wir Verantwortung und zeigen uns solidarisch. Wenn der Bund sagt, dass er Geld hat, nehmen wir ihn beim Wort. Doch jetzt sind Taten gefragt.

Wie sucht die BuCK nach Lösungen?
Wir machen bei unseren Mitgliedern fleissig Umfragen. Je mehr Klarheit darüber herrscht, wie es unseren Mitgliedern geht, desto besser wissen wir, was wir von den Behörden fordern müssen. Die Kurzarbeit ist eine Lösung für die Löhne der Mitarbeiter. Aber die Betriebe haben auch andere Ausgaben. Deshalb sind wir auch für eine Senkung des Mietzinses. Wenn ich einen Raum für meine Bar miete, und diesen nicht als Bar verwenden kann, dann erfüllt er seinen Zweck nicht mehr. Da sind auch die Vermieter gefragt. Leider sind Recht haben und Recht bekommen nicht dasselbe.

Um wen ist die BuCK besonders besorgt?
Unsere grösste Sorge gilt kleinen Betrieben. Wie kommen sie in dieser Zeit über die Runde? Es wird zwar Kurzarbeit eingeführt, aber die anderen Rechnungen müssen auch bezahlt werden. Die wenigsten Betriebe können sechs Wochen ohne Einnahmen überleben und bis jetzt fehlen Massnahmen der Behörden, um schnell Geld zur Verfügung zu stellen.

Mittlerweile wird die Aufforderung laut, Gutscheine zu kaufen.
Gutscheine sind super, nicht wegen des Geldes, sondern weil Solidarität gut tut. Natürlich sind wir froh um jeden Gutschein. Es kann aber nicht Aufgabe des Publikums sein, die Betriebe zu retten. Wir wissen, dass wir nicht viel des schweizerischen Bruttoinlandprodukts ausmachen, aber wir Kulturbetriebe tragen zur gesamtgesellschaftlichen Lebensqualität bei. Deshalb darf der Staat die Branche nicht einfach zugrunde gehen lassen.

www.buck-bern.ch

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