mitgliederwerden grey iconMitglied werden

Pegelstand

von Sibylle Heiniger
© Rodja Galli, a259

Sibylle Heiniger

Sibylle Heiniger ist Regisseurin, Produzentin und Vorstandsmitglied von ACT Bern, dem Berufsverband der freien Theaterschaffenden. Sie liebt die Aare (vor allem im Sommer) und gute Bücher (immer).
Illustration: Rodja Galli, a259

Ich schwöre auf meine analoge Agenda. Ein grosses Teil, etwas grösser als A5, Spiralbindung, mit genügend Platz für Termine und Kritzeleien.
Jeweils in der Altjahrswoche übertrage ich die fürs kommende Jahr angesammelten Termine von der alten in die neue Agenda. Danach blättere ich die alte nochmals durch und lasse so das Jahr Revue passieren.

Dieses Mal machte ich dabei eine persönliche Kulturanlass-Besuchsstatistik: Ich war im Jahr 2017 an acht Konzerten, sechs Mal im Kino, an 14 Ausstellungen und 45 Mal in einer Tanz- oder Theateraufführung. Das sind insgesamt 73 Kulturbesuche. Wenn ich davon ausgehe, dass ich durchschnittlich 25 Franken für den Eintritt ausgegeben habe, komme ich auf total 1825 Franken, 150 Franken im Monat oder einen Fünfliber pro Tag.

Und wo stehe ich damit im Schweizerischen Durchschnitt? Das Bundesamt für Statistik hat Mitte Dezember die neuen Zahlen zu den Kultur- und Medienausgaben aller privaten Haushalte bis ins Jahr 2015 herausgegeben. Nur etwa fünf Prozent gehen sieben Mal oder mehr pro Jahr ins Theater. Am meisten werden Konzerte und Musikanlässe besucht. Die monatlichen Ausgaben für Kino, Museen, Konzerte und Darstellende Künste schlagen pro Haushalt mit 30 Franken zu Buche. Im Vergleich dazu bin ich bereits als Einzelperson eine Ausreisserin in der Statistik.
Den höchsten Ausgabeposten im privaten Kultur- und Medienbudget verbucht das Internet. Für Abos geben die Haushalte im Schnitt 158 Franken pro Monat aus, inklusive Kombi-Abos.
Weder war ich 2017 an einer Lesung noch kann ich eruieren, wieviel ich für Bücher ausgegeben habe. Ich denke, auch da liege ich über den statistisch ausgewerteten monatlichen 16 Franken.
Aber: Ich will wieder mehr lesen. Dies ist ein Vorsatz fürs neue Jahr. Und ich nehme mir vor, die Neuanschaffungen in meiner Agenda zu notieren.
Wem die Zahlen suspekt sind, dem empfehle ich Walter Krämers Buch «So lügt man mit Statistik».

 

 


Zur Übersicht

Anmeldung Newsletter

Wetter in Bern

laden