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Pegelstand

von Christian Pauli
© Rodja Galli, a259

Christian Pauli

Christian Pauli ist Kommunikationsleiter der HKB und Präsident von pakt bern – das neue musik netzwerk.

«Wie beurteilen Sie denn das Verhältnis von Kunst und Nachhaltigkeit?», wurde ich neulich von einem Video-Agenten einer bekannten Kommunikationsagentur gefragt. Der kurze PR-Talk trug sich zu an der Verleihung des Prix Mobilière 2019 im Direktions­gebäude der Berner Versicherungsgenossenschaft Mobiliar. Man stand herum und smalltalkte, nippte an Gläsern, knabberte an Häppchen und liess sich von der opulent angerichteten Licht- und Farbexplosion «Living In A Painting» der ausgezeichneten Künstlerin Maya Rochat berauschen.

Kunst und Nachhaltigkeit? Die Frage bereitet Kopfzerbrechen. In meiner Vorstellung ist Kunst autonom, eine ungebundene, unablässige, experimentelle Kreation und Reflektion, auch mal verschwenderisch und sinnlos, gerne auch scheiternd, aber sicher ohne moralische Vorgabe. Sagen Sie mal, wenn Sie Ihre Pet-Flaschen entsorgen, laut vor sich: Öko-Kunst. Das tönt so was von grauenhaft! Dabei sind sich Kunst und Nachhaltigkeit durchaus nahe. Nachhaltigkeit beschäftigt viele Künstlerinnen und Künstler, die Kunstmuseen und Galerien interessieren sich ebenso für das Thema wie das Kunstpublikum. Und die globale Klimastreikbewegung befeuert die Nachhaltigkeit in der Kunst zusätzlich.

Zurück an die Bundesgasse 35, in den Räumlichkeiten der Mobiliar, wo sich die Berner Kunst-Nobility zur ­Vernissage eingefunden hat. Wenig Hinweise in Sachen Nachhaltigkeit, auch von Maya Rochat. Die Lausanner Künstlerin, deren grossformatige Werke im Rahmen der Mobiliar-Ausstellungsreihe «Kunst und Nachhaltigkeit» ausgezeichnet und präsentiert werden, lasse sich von der Energie des Heavy Metal inspirieren, hiess es. Klingt für mich auf Anhieb nicht ge­rade sehr nachhaltig. Aber egal, es wäre kleingeistig, hier eine thematisch zwingende Aussage zu finden.

Die Mobiliar meint es übrigens ernst mit dem gesellschaftlichen Engagement. Keine andere Berner Firma fördert derart intensiv, umfassend und langfristig Kunst und nachhaltige Projekte. Und der Besuch der Ausstellung von Maya Rochat ist zu empfehlen – egal, wie nachhaltig sie ist.

 


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